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Erasmus-Studenten machen Theater

Theatergruppe Erasmus-Studenten machen Theater

Sie lachen, heben und senken ihre Stimmen, bewegen sich auf Kommando in Zeitlupe, um im nächsten Moment zu explodieren. Sie - das sind die Darsteller der Theatergruppe „Dramarasmus“.

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Das Team hält selten länger als eine Spielzeit. Im nächsten semester werden viele Schauspieler schon wieder in ihren Heimatländern sein.

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. Zuerst ist ein dumpfes Poltern zu hören, dann Musik und ein Gewirr aus Stimmen, das unter der Tür hindurch über die Gänge wabert. Die Geräusche, die aus dem Seminarraum in der Philosophischen Fakultät dringen, hören sich nicht nach einer universitären Veranstaltung an. Eher so, als würde in Turm B, fünfter Stock, eine wilde Party gefeiert.

Trio leitet die Gruppe an

Es ist Montagabend und vor der Tür steht Erik Burtchen. Der 25-jährige Student ist einer der drei Organisatoren der „Dramarasmus-Theatergruppe“. Die beiden anderen Leiter sind Ilka Pankow, Studentin für Spanisch und Deutsch und der 24-jährige Matthias Hauk. Alle drei haben sich während des Studiums durch ihre Leidenschaft zum Theater kennengelernt.

Die Mitglieder sind zumeist Erasmusstudenten, die während eines so genannten „Kick-off“-Wochendes, kurz vor Beginn des Semesters, zusammenfinden. Dabei spielt es für die drei Organisatoren keine Rolle, ob die Anwärter Schauspielerfahrung besitzen oder nicht. Ilka Pankow bringt es auf eine einfache Formel: „Es muss vom Typ her passen. Wir wollen keine fertigen Theaterdarsteller, sondern Potenzial, mit dem wir arbeiten können“.

Dieses Potential schlägt sich in der bunt gemischten zwölfköpfigen Theatergruppe, unterschiedlichster Nationen und Studiengängen, nieder. „Wir befinden uns in unserer dritten Spielzeit und sind weiter fasziniert davon, wie schnell sich eine Gruppendynamik entwickelt. Davon, wie unsere Akteure den Figuren Leben einhauchen“, sagt Matthias Hauk.

Der Spaß steht im Vordergrund - das sieht man den Jungdarstellern während der Probe an. Improvisation ist ein wichtiger Bestandteil der wöchentlichen Übungsstunden: sich verwandeln, schlagfertig reagieren, den Gegenüber imitieren, mit Akzent sprechen, tanzen und singen. Alles für das große Ziel am Ende eines jeden Semesters: Die Eigeninterpretation eines oder mehrerer Werke aus der europäischen Literaturgeschichte. In diesem Jahr widmet sich die Dramarasmus-Gruppe dem französischen Schriftsteller Molière. Im Fokus stehen die drei Werke „Der Geizige“, „Der eingebildete Kranke“ und „Der Menschenfeind“. Ende Januar fällt der Vorhang in der Marburger Waggonhalle. Auf der Bühne werden die Schauspieler in zwölf unterschiedliche Rollen schlüpfen. Es gibt keine Hauptrollen - die Textpassagen sind fair verteilt. Jeder steht auf seine Weise im Vordergrund. Jeder muss sich beweisen. „Wir geben eine Rahmenhandlung vor und versuchen den Schauspielern die Instrumente an die Hand zu geben, ihre Figuren selbstständig zu entwickeln“, erklärt Hauk.

Alle arbeiten in Eigenregie

Das konzentrierte Werkeln an den Charakteren findet über mehrere Tage hinweg statt. Während dieser workshopähnlichen Wochenenden geht es jedoch nicht nur um den schauspielerischen Aspekt, sondern auch um das Bühnenbild, die Kostüme, den Ton und das Licht. Eben um alles, was zu einem echten Theaterstück dazu gehört. „Mittlerweile sind wir richtig gut organisiert - auch was Promo und Werbung betrifft“.

Erfolg ist schön, aber nicht das primäre Ziel der drei Organisatoren. „Es geht darum, den eigenen Horizont zu erweitern“, sagt Hauk.

Die Aufführungen der „Dramarasmus-Theatergruppe„ finden am 25. Januar, 27. Januar und 28. Januar in der Waggonhalle statt.

von Dennis Siepmann

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