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Ein "Bonbon" für Erstsemester

Begrüßungsgeld Ein "Bonbon" für Erstsemester

100 Euro zahlt die Stadt Marburg Studenten, die in der Universitätsstadt ihren Erstwohnsitz anmelden und liegt damit im Vergleich im Mittelfeld. Aber warum erhalten die Studierenden dieses „Bonbon“?

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Quelle: Jorma Bork / pixelio.de

Marburg. Die Qualität der Lehre, die Höhe des Numerus Clausus oder die Entfernung zur Heimat: Alle diese Überlegungen werden vor dem Beginn des Studiums bei der Wahl der Universität in die Waagschale geworfen. Mal abgesehen von denjenigen, die hoffen, überhaupt irgendwo in Deutschland in ihrem favorisierten Studiengang einen Platz zu ergattern. Oder gibt es auch andere Argumente?

Zugegeben: Die 500 Euro als Willkommensgeschenk, die man bekommt, wenn man nach Gütenbach im Schwarzwald zieht und an der sieben Kilometer entfernten Fachhochschule Furtwangen studiert, erleichtern einem den Start. Damit könnte man den Umzug bezahlen, nötige Einrichtungsgegenstände finanzieren und für einige Ersti-Partys bleibt bestimmt noch etwas übrig.

Gütenbach ist damit im deutschlandweiten Vergleich aber - mit einigem Abstand - Spitzenreiter, was Begrüßungsgeschenke betrifft (siehe Grafik). In den süddeutschen Städten erhält man meist „nur“ ein Sachgeschenk, oft in Form von Gutscheinen. Marburg liegt mit 100 Euro und je einem Gutschein für das Aquamar und das Cineplex im Durchschnitt. „Das Geld soll helfen, sich schneller am Studienort einzufinden und auch Anreiz sein, sich als Hauptwohnung für den Studienort zu entscheiden“, sagt Stefan Krein, Leiter des Marburger Stadtbüros. Denn es liegt durchaus im Interesse der Städte, dass Studierende, die oft zwei Wohnsitze haben, ihren Hauptwohnsitz am Studienort anmelden, schließlich berechnen sich Zuweisungen wie zum Beispiel durch den Länderfinanzausgleich oft nach der Höhe der Einwohnerzahl.

Aber ist es nicht ungerecht, dass nur Studenten dieses „Bonbon“ erhalten, während zugezogene Auszubildende und andere Neubürger leer ausgehen? „Es ist eine große Personengruppe, die vor allem zu Beginn eines Studiums oft pendelt zwischen Heimatort und Studienort und damit auch höhere Aufwendungen hat“, sagte Krein.

Voraussetzung für das Begrüßungsgeld ist, dass man erstmals nach 2004, als dieser Zuschuss eingeführt wurde, seine Hauptwohnung in Marburg anmeldet und eine aktuelle Studienbescheinigung vorlegt. Man muss also nicht zwingend auch in Marburg studieren. Das Geld wird im Folgejahr, in der Regel im März, auf die angegebenen Konten der Studierenden überwiesen. 2012 erhielten insgesamt 3295 Studenten das Begrüßungsgeld.

Wegen der großen Nachfrage ist das mobile Stadtbüro auch am 19. und 26. November von 12 bis 14 Uhr in der Mensa am Erlenring.

von Andreas Arlt

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