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Die Professoren haben das Wort

Umfrage Die Professoren haben das Wort

Seit einigen Tagen ist Marburg aus seinem Sommerschlaf erwacht. Denn: Das Wintersemester hat begonnen und das mit einem extragroßen Schwung an neuen Studenten.

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Mehr als 25000 Studenten sind im Wintersemester an der Philipps-Universität in Marburg eingeschrieben. Ihre Studienbedingungen war Teil einer OP-Umfrage unter den Professoren.

Quelle: Ralf Hirschberger

Marburg. Im vergangenen Semester berichtete die OP aus verschiedenen Perspektiven, wie es um die Zufriedenheit mit Studium und den Studienbedingungen bestellt ist. Jetzt, mit Beginn der Vorlesungszeit, sollen nun Marburger Professoren zu Wort kommen.

Während der Semesterferien hatten sie die Möglichkeit, anhand eines Fragebogens anonym zehn Fragen rund um das Thema „Wie zufrieden sind Sie als Lehrende mit den Bedingungen für die Studierenden?“ zu beantworten. So wurde beispielsweise nach den Ansprüchen der Professoren an ihre eigenen Vorlesungen und Seminare gefragt und inwieweit sie diese erfüllt sehen. Es wurde erfragt, welche ihrer beiden Tätigkeiten - Lehre und Forschung - sie als wichtiger empfinden und wie zufrieden sie mit den Bedingungen der Ausbildung für junge Akademiker insgesamt sind.

32 Professoren füllten den Fragebogen aus

Darüber hinaus war natürlich auch der Bachelor wieder ein Thema, so dass die Professoren die Gelegenheit hatten, anhand des Fragebogens ihre Zufriedenheit mit den Studienbedingungen, insbesondere seit der Umstrukturierung durch das Bologna-Abkommen, wie auch ihre Meinung betreffend der ursprünglichen Zielsetzung, auszudrücken.

Die Rücklaufquote, soviel sei vorangestellt, war relativ gering. Von 243 in Marburg lehrenden Professoren haben 32 aus allen Fachbereichen einen ausgefüllten Fragebogen zurückgeschickt. Das ist keine hohe Quote, kann aber trotzdem als Stimmungsbild gewertet werden. Denn zum einen gibt es eindeutige Tendenzen, zum anderen haben die teilnehmenden Professoren nahezu durchgehend auf jede einzelne Frage detailliert geantwortet. Darüber hinaus ging aus den Antworten hervor, dass viele der Professoren es als sehr positiv empfunden haben, ein Forum für ihre Meinung und Kritik zu bekommen.

Am prägnantesten sticht aus den Umfrageergebnissen die Zahl heraus, die die Zufriedenheit bezüglich des Bologna-Abkommens und der Umsetzung der Ziele abfragt. Dreizehn der Befragten gaben an, mit der Umstrukturierung unzufrieden zu sein. Vier sind sogar „sehr unzufrieden“ und drei „gerade noch zufrieden“. Zufrieden geben sich lediglich fünf.

Noch deutlicher wird dies mit der Antwort auf die Frage, ob das Bachelor-System und die damit verfolgten Ziele denn aufgegangen seien. 26 der Befragten antworten mit einem eindeutigen „Nein“, lediglich drei sehen Vor- und Nachteile. Auch die Zufriedenheit mit den Bedingungen für die Studierenden lässt zu wünschen übrig. Vierzehn der Befragten sind mit ihnen unzufrieden, fünf geben an, es gebe Gutes und Schlechtes, einer ist „gerade noch zufrieden“ und lediglich drei sind uneingeschränkt zufrieden.

Besonders interessant sind die Antworten auf die Frage nach der Favorisierung von Lehre oder Forschung. Hier waren sich zwar (fast) alle Beteiligten - frei nach dem Motto „gute Lehre wurzelt in guter Forschung“ - einig, dass beides gleich wichtig ist (lediglich einer gab an, die Lehre sei wichtiger, weil sie sich direkt an die Lernenden richtet und so größere Auswirkungen habe).

Serie im UNIversum mit den Umfrageergebnissen

Allerdings, so die einhellige Meinung, sei Forschung inzwischen strukturell bedingt nicht nur eine Frage der Finanzierung, sondern auch eine der Zeit, wie auch der Anerkennung. Darüber hinaus sei durch die stetig wachsenden administrativen Aufgaben, die dem einzelnen Lehrenden zufallen sowie die Art der Abrechnung für die geleisteten Tätigkeiten, kaum noch Zeit und Geld für qualitativ hochwertige Lehre.

Diese und auch die anderen Fragen finden Sie in den kommenden Wochen an dieser Stelle tiefer gehend beantwortet. Wir werden für Sie die Meinungen von Bachelor-Gegnern und -Befürwortern gegenüber stellen, ihnen verdeutlichen, welche Ansprüche Professoren an ihre eigenen Veranstaltungen haben und inwieweit sie diese, auch durch die Rahmenumstände bedingt, erfüllt sehen.

von Kristina Gerstenmeier

Hintergrund

Bezüglich der Frage nach der Zufriedenheit mit dem Studium sind auf UNIversum bisher vier Beiträge erschienen. Im ersten Teil meldeten sich zwei engagierte Studentinnen zu Wort, um ihre Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen auszudrücken. Daraufhin wurde diese Meinung anhand einer Umfrage unter 100 Studierenden auf eine breitere Basis gestellt. Im dritten Teil nahm Professor Dr. Harald Lachnit, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Philipps-Universität, Stellung zu den Umfrageergebnissen. Und im vierten Teil mischte sich der Anglistik-Professor und derzeitige geschäftsführende Direktor des Instituts für Anglistik und Amerikanistik, Dr. Jürgen Handke, mit seiner ganz persönlichen Meinung in die Diskussion ein.

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