Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
9.000 Unterschriften für den Garten

Marburg 9.000 Unterschriften für den Garten

Der Freundeskreis des botanischen Gartens sammelt Unterschriften gegen die Schließung des Gartens und zeigt damit, wie wichtig den Marburgern der Park ist.

Voriger Artikel
Leiharbeiter reinigen Operationssäle
Nächster Artikel
Chemikum der Universität öffnet wieder seine Pforten

Elisabeth Bolm-Tatzel (rechts) unterschreibt bei der Vorsitzenden des Freundeskreises botanischer Garten Elisabeth Bohl (links) gegen die geplante Schließung des Gartens.

Quelle: Wohlleben

Marburg. Das Sommerfest mit LiteraturPARKours im Neuen Botanischen Garten nutzte gestern auch der Freundeskreis des botanischen Gartens, um noch einmal darauf aufmerksam zu machen, dass es diesen Garten vielleicht bald nicht mehr gibt.

Nachdem die Landesregierung wegen angeblichen Geldmangels hessenweit an den Unis 30 Millionen Euro eingekürzt hat, um gleich danach einen Neubau der privaten Universität European Business School mit einer ähnlich hohen Summe zu unterstützen, muss auch die Uni Marburg sparen.Deshalb ist seit Anfang des Jahres die Schließung des botanischen Gartens im Gespräch.

„Eine hochqualifizierte Gärtnerin wurde bereits entlassen und dadurch musste der Garten seine Sammlung sehr seltener und vom Aussterben bedrohter Orchideen abgeben, die nun nicht mehr versorgt werden können“, erklärt Elisabeth Bohl, Vorsitzende des Freundeskreises Botanischer Garten. „Der Kommentar von Uni-Präsidentin Katharina Krause, man solle die Blumen doch auf den Kompost werfen, ist ein Unding.“

Die Aufregung über die mögliche Schließung des Gartens schlägt unterdessen immer höhere Wellen: Der Freundeskreis steht in Kontakt mit den hessischen Finanz- und Wissenschaftsministerien. Seit zwei Monaten werden Unterschriften für ein Fortbestehen des Gartens gesammelt, der teils einzigartige Bestände enthält wie große Rhododendren- und Farnsammlungen und die größte Sammlung an Gebirgspflanzen nördlich der Alpen.

Zurzeit ist der Garten überhaupt nur noch zugänglich, weil ein kurzfristiger Zuschuss der Stadt von 20.000 Euro es ermöglicht, das Kassenhäuschen zu besetzen.

Bohl sieht aber alle Beteiligten in der Verantwortung: Das Land als Zuständigen für die Wissenschaft und die Umwelt, die Universität, da der Garten auch im Exzellenzwettbewerb um gute Forschung und Lehre wichtig sei, und auch die Stadt, denn für sie sei der Garten Naherholungsgebiet und Touristenmagnet.

Die mehr als 500.000 Euro, die zum Betrieb des Gartens im Budget fehlen, teilten sich also drei Ebenen, die vom botanischen Garten profitierten, so Bohl.

Sie fürchtet: „Wenn nichts passiert, wird der botanische Garten Ende des Jahres wohl schließen müssen.“ Ihre Unterschriftenaktion gegen eine Schließung des Garten haben bereits mehr als 9.000 Menschen unterzeichnet. Sobald das Ziel von 10.000 Unterschriften erreicht ist, sollen diese der Landesregierung übergeben werden.

von Christoph Wohlleben

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Uni und Stadt
Instagram