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Helden im Hintergrund

Tierpfleger merken zuerst, wie es den Tieren geht

Julia K. mag ihren Job, obwohl er körperlich anstrengend ist und psychisch belastend sein kann. Sie pflegt und züchtet vor allem Mäuse für die Tumorforschung.
© Philipp Lauer

Marburg. In Marburg hatte Julia K. noch keine Probleme mit Tierschützern, dennoch möchte sie unerkannt bleiben. Nach der Ausbildung zur Tierpflegerin in der Fachrichtung Forschung und Klinik an der Uni Marburg hat sie kurz in Frankfurt gearbeitet und erlebt, wie der Leiter des dortigen Instituts bedroht wurde. „Die Diskussion um Versuchstiere wird oft nicht sachlich, sondern emotional geführt“, erklärt Guido Schemken, der Leiter der Tierexperimentellen Einrichtung der Uni.

Die Tierpfleger der Uni kontrollieren täglich, wie es den etwa 13 000 Tieren geht – alle nach strengen Regeln beantragt, genehmigt und sowohl intern als auch extern von mehreren Behörden kontrolliert, betont Schemken. „Dazu muss man natürlich das gesunde Erscheinungsbild und Verhalten der Tiere kennen“, erklärt die 37-Jährige, die seit 1995 nur mit oben genannter kurzer Unterbrechung an der Uni arbeitet. Die Versuchsleiter bringen ihr, auch wegen ihrer großen Erfahrung, viel Vertrauen entgegen. „Uns Tierpflegern fällt am ehesten auf, wie es den Tieren geht, weil wir sie jeden Tag sehen, natürlich auch am Wochenende und an Feiertagen“, sagt Julia K.

Mindestens einmal wöchentlich wechselt sie die Käfige der rund 1 500 von ihr gepflegten Mäuse gegen saubere aus und reinigt die verschmutzten. Um sich und die Tiere vor Keimen und ihre Lunge vor dem Staub vom Einstreu zu schützen, trägt sie dazu einen Schutzanzug, Handschuhe und einen speziellen Mundschutz. „Bevor die Tiere durch einen Versuch leiden, müssen wir sie manchmal leider töten. Da muss man dann eine Distanz wahren“, erklärt Julia K., warum der Beruf psychisch belasten kann. Ohne Versuchstiere wäre die Medizin wohl nicht auf dem heutigen Stand.

von Philipp Lauer


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