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Engagement

Soziales Engagement ist gefragt

Studieren und sich nebenbei freiwillig engagieren - ist das überhaupt möglich? In einer Engagementwerkstatt tauschten sich Studierende und Vertreter gemeinnütziger Organisationen und studentischer Initiativen aus.
Bei der „Engagementwerkstatt“ informierte auch die Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, Claudia Herwig (Mitte), die Studenten über Möglichkeiten, sich an ihrer Schule zu engagieren. Foto: Korte

Bei der „Engagementwerkstatt“ informierte auch die Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, Claudia Herwig (Mitte), die Studenten über Möglichkeiten, sich an ihrer Schule zu engagieren. Foto: Korte

Marburg. Es ist viel los im Sitzungssaal „Hohe Kante“. Es duftet nach frischem Kaffee und Gebäck. „Best Buddies“, „Sozialdienst katholischer Frauen e.V.“, „Internationaler Bund e.V.“ und viele andere Namen gemeinnütziger Organisationen und studentischer Initiativen sind auf großen Plakaten abgedruckt.

Vor ihnen unterhalten sich ihre Vertreter angeregt mit den Studierenden. Wir sind mitten drin im Geschehen der sogenannten „Engagementwerkstatt“, die Studierende des Bachelor-Studiengangs Erziehungs- und Bildungswissenschaft vorbereitet haben.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ statt, welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Ziel ist es, das bürgerliches Engagement von Studierenden in Kooperation mit der Philipps-Universität und der Stadt Marburg sichtbar zu machen, zu fördern und nachhaltig zu stärken.

Im Vorfeld der Veranstaltung haben die Studierenden die verschiedenen Organisationen besucht und unter der Frage beleuchtet, wie sich Studierende dort freiwillig engagieren können.

„Wir waren vor Ort und haben uns einen Eindruck verschafft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren“, berichtet Jana-Maria Fursov, die unter einem bunt gestalteten Plakat mit der Aufschrift „Astrid-Lindgren-Schule“ (ALS) sitzt, gerade drei neugierigen Studenten. So könne man zum Beispiel am Mentoren-Programm „Balu und du“ teilnehmen, das seit mehreren Jahren an der ALS angeboten wird. „Wir haben viele Schüler mit Migrationshintergrund, die Hilfe bei der Sprache benötigen“, ergänzt die Schulleiterin Claudia Herwig, die mit am Tisch sitzt.

Mit am Tisch sitzt auch Niklas Petri. Er studiert Abenteuer- und Erlebnispädagogik und nimmt im Rahmen eines Seminars an dieser Veranstaltung teil. „Ich finde es sehr spannend, sich mit dem Thema Ehrenamt auseinanderzusetzen. Es sind viele gute Ideen mit dabei“, sagt der 28-Jährige. Für ihn komme ein Ehrenamt aber nicht infrage.

„Ich habe drei Jobs und arbeite sechs Tage in der Woche, um mein Studium überhaupt finanzieren zu können. Ich weiß nicht, wie ich das noch unterbringen könnte.“

Problem: Zu wenig Zeit und zu wenig Geld

„Das ist bei vielen Studenten ein Problem“, ist sich Mitorganisatorin Christina Salland bewusst. Ehrenamtliches Engagement, so meint man, sei denen vorenthalten, die von ihren Eltern finanziell unterstützt werden. Eine Online-Umfrage mit über 500 Marburger Studenten kommt jedoch zu dem überraschenden Ergebnis, dass sich mehr als 60 Prozent von ihnen in gut 40 verschiedenen Initiativen engagieren.

„Es gibt also eine wahnsinnige Breite an Feldern, in denen die Studenten bereits tätig sind. Ein großer Teil von ihnen engagiert sich im Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Viele können sich aber auch vorstellen, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren - und zwar nicht nur Studenten der Psychologie, Sozial- und Erziehungswissenschaften, sondern aus allen möglichen Fachbereichen“, weiß Salland.

Carolin Vey (19) engagiert sich neben ihrem Studium für „Studieren ohne Grenzen e.V.“, die unter anderem Stipendien in ehemalige Kriegsgebiete vermitteln. „Man lernt mit der Zeit, sich selbst zu organisieren“, so die Sozialwissenschaftlerin.

von Ruth Korte


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