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Helden im Hintergrund

Präzision auf einen Tausendstelmillimeter

Die gedankliche Leistung in der Forschung erbringen die Wissenschaftler. Damit es zu Fortschritten kommt, muss die Theorie aber in der Praxis getestet werden. Dafür sorgen Hermann Günther und sein Team.
Hermann Günther (rechts) erklärt Nils Stawenow, was bei der Fertigung einer Apparatur zu tun ist.Foto: Peter Gassner

Hermann Günther (rechts) erklärt Nils Stawenow, was bei der Fertigung einer Apparatur zu tun ist.Foto: Peter Gassner

Marburg. „Lösungen für den Fortschritt finden“ - das ist es, was Hermann Günther an seinem Beruf so reizt. Günther ist Leiter der feinmechanischen Werkstätten am Fachbereich Physik der Philipps-Universität. Gemeinsam mit seinem Team aus sechs Gesellen und acht Azubis arbeitet Günther an Apparaturen, mit denen Professoren und Studenten ihre wissenschaftlichen Versuche durchführen können. Die Feinmechaniker sind zuständig für deren Wartung, Reparatur und Erneuerung.

„Es geht darum wissenschaftliche Ideen in die Praxis umzusetzen“, erläutert Günther. Schließlich bedürfe jede Theorie der Überprüfung. Oft werden dafür aber komplexe Versuchssysteme benötigt, deren Anfertigung „von einem Tag bis zu einem halben Jahr“ dauern kann. Mit verschiedenen Materialien wie etwa Stahl, Aluminium oder Kupfer machen sich Günther und sein Team an die Umsetzung.

Jeder Tag bietet dabei Abwechslung, denn „oft werden wir mit Problemen konfrontiert, von denen wir gestern noch gar nichts wussten“, sagt er. Die Professoren kommen auf ihn zu und erklären ihm, was sie sich für die Versuchsdurchführung wünschen. Anschließend beginnt Günther mit der technischen Zeichnung. Bei der abschließenden Fertigung in den Werkstätten kommt es dann auf mehr als nur Millimeterarbeit an. Bis auf einen Tausendstelmillimeter genau müssen die Rädchen und Schrauben zum Teil geformt werden. Bei den Produkten handelt es sich daher auch meist nicht um riesige Apparaturen. Wie viel Arbeit dennoch darin stecke, wisse nicht immer jeder Professor oder jeder Student zu schätzen - durch falsche Benutzung gehe auch das ein oder andere einmal kaputt. „Aber das ist okay, denn dafür gibt es uns ja“, sagt Günther.

Zu dem Beruf gehöre in jedem Fall eine große Portion Neugier, denn „man will immer etwas Neues entdecken und ergründen, warum es so ist, wie es ist“. Als Leiter der Werkstätten seien aber auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten immer stärker gefragt. „Die Gelder in der Forschung sind knapp. Daher muss man genau überlegen, wie man sie einsetzt“, so Günther.

von Peter Gassner


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