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„Öfter nach rechts und links schauen“

Sprungbrett Marburg „Öfter nach rechts und links schauen“

Eigentlich wollte er Lehrer werden. Doch sein Interesse für Politik und Wirtschaft und die Begegnung mit inspirierenden Persönlichkeiten prägten einen anderen Lebensweg.

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In unserer Rubrik "Sprungbrett Marburg" stellen wir Ihnen ehemalige Marburger Studenten vor, die mittlerweile an interessanten Stellen tätig sind. Diese Woche Wilhelm Krull.

Quelle: Dennis Börsch

Marburg. Professor Wilhelm Krull (Foto: Dennis Börsch) studierte von 1974 bis 1980 Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität. „Ich habe in der Bismarckstraße gewohnt“, erinnert sich der 63-Jährige. Auch das Marburger Kneipenleben, das er nach Seminaren oft mit Freunden aufsuchte, sei ihm gut in Erinnerungen geblieben.

Nach seiner Promotion über „Politische Prosa des Expressionismus“ in Marburg unterrichtete er als Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Universität in Oxford die Fächer Deutsch, Politik und Landeskunde. Dort lernte er auch herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Literatur kennen wie Martin Walser, Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker.

Interdisziplinäres Denken gefällt Krull

Nach seiner Rückkehr 1984 lehrte er zunächst an der Universität Bonn. 1985 bis 1992 arbeitete er für den Wissenschaftsrat, danach bis Ende 1995 in der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 1996 schließlich ist Wilhelm Krull Generalsekretär der Volkswagen-Stiftung. Seine Hauptaufgabe besteht darin, „das Stiftungskapital so nachhaltig wie möglich anzulegen und die Stiftung nach außen zu präsentieren“.

In seiner Studienzeit habe den gebürtigen Emsländer, für den „Marburg damals quasi in Süddeutschland lag“, geprägt, dass an der Universität sehr interdisziplinär gedacht wurde und „man nicht eng geführt in Einzeldisziplinen gelebt hat“. Krull ist überzeugt: „Studierende sollten öfter mal nach links und rechts schauen.“

Dass dies auch seine Devise ist, wird deutlich, wenn man einen Blick auf seine „nebenberuflichen“ Tätigkeiten wirft: Krull nimmt zahlreiche Funktionen in nationalen, ausländischen und internationalen Gremien wahr, unter anderem der OECD, der EU, des BMBF, der Max-Planck-Gesellschaft und des Wissenschaftsrates. Außerdem engagiert er sich als Vorsitzender des Förderkreises Musikkultur und des Kuratoriums des Mädchenchors Hannover für das Musikleben in
Niedersachsen.

von Ruth Korte

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