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Helden im Hintergrund

Mit dem Dienstwagen quer durch Deutschland

Wolfgang Böth kommt viel in Deutschland herum. Der 53-Jährige arbeitet beim Fahrdienst der Philipps-Universität.
Wolfgang Böth steht mit seinem Dienstwagen vor der Garage unter dem Hörsaalgebäude.

Wolfgang Böth steht mit seinem Dienstwagen vor der Garage unter dem Hörsaalgebäude.

© Peter Gassner

Marburg. „Wir müssen uns heute kurz fassen - ich muss kurzfristig noch jemanden vom Flughafen holen.“ Gleich zu Beginn unseres Termins offenbart Wolfgang Böth, wie es in seinem Alltag oft zugeht. An manchen Tagen bleibt es eher ruhig. An anderen Tagen hingegen geht es Schlag auf Schlag. Mal früh am Morgen, mal bis spät in den Abend - um die 250 Stunden im Monat ist Böth im Einsatz.

Zwischen den verschiedenen Universitätsgebäuden fallen jeden Tag viele Fahrten an, die einem als Student zunächst einmal verborgen bleiben. Wäsche, Computer, Post oder Klausuren - all das zählt zu den Dingen, die die Mitarbeiter des Fahrdienstes transportieren. Auch Böth übernimmt diese Fahrten hin und wieder. Hauptsächlich aber hat er einen Spezialauftrag: Der 53-Jährige fährt die Mitglieder des Unipräsidiums zu Terminen quer durch ganz Deutschland.

Der gelernte Kfz-Mechaniker wechselte 1987 in den Fahrdienst des Uniklinikums, wollte die Autos „auch mal fahren, statt immer nur herumzuschrauben“. Seit 2006 wechselte er vom Klinikum zum Fahrdienst der Uni selbst. In der hauseigenen Werkstatt führt er dort aber auch heute noch kleinere Wartungsarbeiten aus.

Insgesamt besitzt die Uni rund 50 Fahrzeuge. Vier Pkws und zwei Kleinbusse davon unterstehen dem Fahrdienst. Wolfgang Böth erhält jedes Jahr einen neuen geleasten Dienstwagen.

„Ich habe einfach Spaß am Autofahren und mag es, mit vielen Leuten zusammenzukommen“, berichtet er von Vorzügen seines Jobs. Auf Konferenzen trifft er eine Menge Fahrdienst-Kollegen von anderen Universitäten, mit denen er regelmäßig ins Gespräch kommt. Auch Zeit, sich die Städte anzuschauen, bleibt hin und wieder.

Seine Priorität in den Pausen liegt aber zunächst auf der Pflege des Autos. Volltanken, sauber­machen, den Wagen bereit für die Rückfahrt machen. Schließlich „muss man sich darin ja wohlfühlen“, sagt er. Langweilig wird ihm jedenfalls nicht. „Ich habe sehr viel Spaß an meinem Job und hoffe, ich kann das noch bis zur Rente machen.“

von Peter Gassner


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