Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Külbel: „Feminismus braucht kein Mensch“

Meinungsänderung Külbel: „Feminismus braucht kein Mensch“

Irren ist menschlich. Dieses Prinzip gilt auch in der Wissenschaft. In dieser Rubrik berichten Wissenschaftler in den kommenden Wochen, welche Überzeugungen sie im Laufe des Lebens über Bord geworfen haben. In dieser Woche: Franziska Külbel vom Institut für Anglistik und Amerikanistik.

Voriger Artikel
Es fehlt an Vertrauen und Verständnis
Nächster Artikel
Tipps gegen Stress

Franziska Külbel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anglistik und Amerikanistik.

Quelle: Privatfoto

Marburg. „Wozu braucht man das bitte, wir sind doch alle gleichberechtigt?“, dachte Franziska Külbel lange über den Feminismus. Doch während des Studiums und im Arbeitsleben stellte sie das Gegenteil fest.

Als ich frisch aus der Schule mit meinem Abitur in der Tasche nach Marburg gezogen bin, war ich der festen Überzeugung, dass Feminismus heißt, wie meine damalige Französischlehrerin zu sein: homosexuell, Lieblingsfarbe lila, burschikos und mit einem subtilen Hass auf die Männerwelt.

Mir war klar: ich bin keine Feministin, denn ich mag Männer und kein lila und überhaupt, wozu braucht man das bitte, wir sind doch alle gleichberechtigt.
Dann begann ich mein Studium in Anglophone Studies und stellte sehr schnell fest: Verdammt, das sind ja (fast) alles Feministinnen (und Feministen) hier. Wie anstrengend!

Allerdings arbeitete ich auch nebenbei und machte im Laufe meines Studiums Praktika und langsam, aber sicher schlichen sich Erkenntnisse aus der Uni dann in meinen Alltag ein.

Debatten in Seminaren

Ich stellte fest: Nein, Frauen und Männer werden im professionellen Umfeld eben nicht gleich behandelt und ja, da sollte man doch noch was gegen tun. Selbst in meinen Seminaren fiel mir auf, dass sich meine männlichen Kommilitonen irgendwie anders verhielten.

Fünf Jahre später habe ich dann meine Masterarbeit zu weiblichen Anführerinnen in der amerikanischen Jugendbuchliteratur geschrieben, schon oft hitzige Debatten in Seminaren angefangen und erst neulich meinen beiden großen Brüdern erklärt, wieso ich mich Feministin nenne und weshalb ich das so wichtig finde. Die Idealistin in mir hofft, dass ich meine Studierenden in meinem Seminar vielleicht auch zum Umdenken bringen kann. Lila mag ich allerdings immer noch nicht.

von Franziska Külbel

In dieser Rubrik berichten Wissenschaftler, welche Überzeugungen sie im Laufe des Lebens über Bord geworfen haben. Wenn Sie sich beteiligen möchten, schicken Sie uns gern eine Mail an universum@op-marburg.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Instagram