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Neue Medien in der Lehre

Mehr als Unterhaltungsmedien

Am Institut für Schulpädagogik ist man überzeugt: Neue Medien wie Tablets, Smartphones und Laptops lenken die Studenten nicht ab, sondern unterstützen sie beim Lernen.
Der Einsatz neuer Medien wie Tablets, Smartphones und Laptops in Uni-Veranstaltungen ist für ­Anja Penßler (von links), Janina Linz, Professorin Susanne Lin-Klitzing, Christian Dorn und Sophia Mrowitzki vom Institut für Schulpädagogik inzwischen eine Selbstverständlichkeit.

Der Einsatz neuer Medien wie Tablets, Smartphones und Laptops in Uni-Veranstaltungen ist für ­Anja Penßler (von links), Janina Linz, Professorin Susanne Lin-Klitzing, Christian Dorn und Sophia Mrowitzki vom Institut für Schulpädagogik inzwischen eine Selbstverständlichkeit.

© Ruth Korte

Marburg. „Sie machen unsere Taschen leichter, schonen unsere Rücken, machen Kommunikation schneller und erleichtern Organisationsprozesse“ – davon ist Anja Penßler, Linguistikstudentin und Tutorin an der Universität Marburg, überzeugt. Die Rede ist von den sogenannten „neuen Medien“. Dazu gehören an der Universität Marburg schon lange nicht mehr nur Bücher, sondern auch interaktive Whiteboards, die Lernplattform ILIAS und vermehrt auch Tablets, Smartphones und Laptops. „Wir ermuntern unsere Studierenden dazu ihre eigenen Geräte mitzubringen und beispielsweise in Vorlesungen mit ihrem Smartphone Sachen zu googeln.“

„Wir müssen uns an die Gewohnheiten der Studenten anpassen“, findet auch Christian Dorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Schulpädagogik. Er pendelt täglich von Frankfurt nach Marburg und hat dabei festgestellt: „Viele Studenten lernen nicht nur in den Vorlesungen, sondern auch unterwegs oder auch mal nachts, wenn’s sein muss.“ Diese Studenten sollten unterstützt werden, zu lernen wann, wo und wie sie wollen. „Warum sollten wir dafür nicht auch die Medien nutzen, die sie am meisten benutzen?“.

„Die heutigen Studenten sind Digital Natives – sie nutzen ­YouTube-Videos ganz natürlich“, hat auch Jürgen Handke früh erkannt. Der Marburger Linguistik- und Anglistik-Professor entwickelte zusammen mit einem Team das Konzept vom „Inverted Classroom“ (zu Deutsch: umgedrehtes Klassenzimmer) und setzte eine ganze Bandbreite digitaler Medien, vor allem linguistische Lehrvideos, ins Netz, die die Studenten bequem von zuhause aus sehen können (die OP berichtete). Knapp 15 000 Menschen haben den „Virtual Linguistics Campus“ des Marburger Linguistik- und Anglistik-Professors inzwischen abonniert.

„Der Einsatz neuer Medien ist nur ein Baustein“

Kann der Unterricht, wie er heute noch in Vorlesungen und Seminaren stattfindet, denn morgen schon durch Online-Tutorials und YouTube-Videos ersetzt werden? Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing schüttelt energisch den Kopf: „Digitale Lehre, Podcasts und Videos, können die Präsenzlehre niemals ersetzen, sondern immer nur eine Ergänzung bieten“, betont die Hochschullehrerin. „Es ist nur ein Baustein und nicht das Ende unseres Bildungsauftrags.“ Bildung bedeute schließlich, über das erworbene Wissen zu reflektieren und dazu bedarf es nun mal den Dozenten.

Es spricht jedoch nichts dagegen, dass Dozenten in ihren Lehrveranstaltungen immer mehr Medien einsetzen. In Lin-Klitzings Seminaren beispielsweise werden Lehramtsstudenten beim Vorführen von Lernsituationen gefilmt und die einzelnen Sequenzen dann gemeinsam in der Nachbesprechung diskutiert.  „Das ist super“, findet Lin-Klitzing. „Der Student muss nicht mehr nur glauben, was ich beobachtet habe, sondern sieht es selbst und wir überlegen gemeinsam, wie man es besser machen kann.“  

Auch Anja Penßler setzt in ihren Tutorien gern Videos ein. „Ich schlage den Studenten beispielsweise vor: dreht ein Video über einen phonetischen Prozess. Dann machen die das und haben so viel Spaß damit, dieses Thema medial zu übermitteln, dass der Wissenserwerb dabei fast schon nebenbei abläuft.“

Um das Wissen der Studenten zu überprüfen, werden immer öfter sogenannte „Tickerabfragungen“ durchgeführt.  „Es läuft so ähnlich wie bei ‚Wer wird Millionär?‘“, erklärt Dorn. „Die Studenten bekommen einen „Ticker“ in die Hand (im Bild in der Hand Anja Penßlers zu sehen), über den sie anonym bei Wissensfragen abstimmen.“ Anhand der Ergebnisse kann der Dozent auch erkennen, ob die Studenten alles verstanden oder eben Nachholbedarf haben.

Lehramtsstudentin Janina Linz findet ihr Smartphone „praktisch“ für die Uni. „Ich kann von unterwegs meine Mails checken und Dinge mit meinem Prof klären, für die im Seminar keine Zeit war oder mich mit meinen Kommilitonen absprechen.“ Auch bei der Literaturrecherche könnte sie damit von unterwegs eine Vorauswahl treffen, bevor sie in der Unibibliothek stundenlang dicke Bücher wälzt.

von Ruth Korte


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