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Es fehlt an Vertrauen und Verständnis

Marburger beim March for Science Es fehlt an Vertrauen und Verständnis

Unter den 2 500 Demonstranten in Frankfurt waren auch Vertreter der Philipps-Universität: Etwa Dr. Joseph Braymer und Dr. Oliver Stehling vom Institut für Zytobiologie und Zytopathologie.

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Dr. Oliver Stehling (links) und Dr. Joseph Braymer im Institut für Zytobiologie.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg . Einer der acht Organisatoren des „March for Science“ in Frankfurt kommt aus Marburg: Dr. Joseph Braymer, Postdoc an der Philipps-Universität Marburg. „Die Demo war ein erster Schritt, um zu zeigen: Wissenschaft ist wichtig. Wir Wissenschaftler können jetzt nicht ruhig bleiben“, sagt Braymer.

Auch Braymers Kollege Dr. Oliver Stehling, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zytobiologie und Zytopathologie, ist in Frankfurt für die Wissenschaft marschiert. „Wir können als Wissenschaftler dazu beitragen, gesellschaftliche Probleme zu lösen“, sagt Stehling. Damit gute Entscheidungen getroffen werden könnten, müssten allerdings die Fakten als deren Grundlage stimmen. „Wir fühlen uns angegriffen, wenn viele Menschen die ‚alternativen Fakten‘ unkritisch glauben, die populistische Parteien aus machtpolitischen Gründen verbreiten“, sagt Stehling.

"Donald Trump ist nicht das Problem, eher ein Katalysator"

Breite Teile der Bevölkerung verstünden bestimmte Zusammenhänge nicht mehr. „Wissenschaftliche Herangehensweise kann den Menschen helfen, den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu prüfen und zu unterscheiden, ob diese eher Propaganda ist oder der Wirklichkeit entspricht“, sagt Stehling. Ein Hindernis sieht Stehling darin, dass viele Akademiker in einer Blase lebten und es nicht genug Kommunikation mit der Öffentlichkeit gebe.

Dies beobachtet auch Braymer, der aus einem kleinen Ort in Pennsylvania, USA stammt. „Donald Trump ist nicht das Problem, eher ein Katalysator für die Probleme seiner Wähler. Den Menschen fehlt das Verständnis für, aber auch das Vertrauen in die Wissenschaft – das geht Hand in Hand“, sagt Braymer. Die Demo habe sich nicht gegen Trump gerichtet, sondern war ein Marsch für die Wissenschaft. Neben der Außenwirkung habe der Marsch auch innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft das Bewusstsein für die Situation geschärft.

"Wissenschaft informiert, instruiert, integriert und funktioniert"

Braymer hat ein Schild für den Marsch gemalt, darauf steht: „Wissenschaft informiert, instruiert, integriert und funktioniert.“ Eine weitere Demonstration sei noch nicht geplant. „Aber wir im Organisationsteam haben viel Energie und treffen uns weiterhin“, sagt Braymer. Vielleicht werde es andere Aktionsformen geben.

Beim „March for Science“ haben Ende April in Frankfurt zahlreiche Menschen für die freie Forschung und gegen das Leugnen wissenschaftlicher Fakten demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen etwa 2 500 Teilnehmer friedlich in der Stadt zusammen, deutschlandweit waren rund 37 000 Demonstranten auf der Straße. In 600 Städten weltweit gab es weitere Märsche.

von Philipp Lauer und unserer Agentur

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