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Helden im Hintergrund

„Man kann mit allem zu mir kommen“

Die Arbeit von Dieter Schulz ist vielseitig. In der Sozialberatungsstelle des Studentenwerks berät er Studierende in verschiedensten Themenbereichen.
Dieter Schulz an seinem Arbeitsplatz in der Sozialberatungsstelle des Studentenwerks. Foto: Peter Gassner

Dieter Schulz an seinem Arbeitsplatz in der Sozialberatungsstelle des Studentenwerks.

© Peter Gassner

Marburg. Ob es um die Finanzierung des Studiums geht, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche oder private Probleme: Bei Dieter Schulz (52) gibt es immer Rat. In persönlichen Gesprächen versucht Schulz individuelle Lösungen für die jeweilige Situation der Studenten zu finden. „Für eine vernünftige Beratung braucht man oft zwischen 45 Minuten und einer Stunde“, sagt er.

In fast der Hälfte der rund 900 bis 1 000 Beratungen im Jahr geht es dabei zunächst einmal um Finanzen, verrät Schulz. Das betrifft beispielsweise Fragen zum Bafög oder Alternativen zur Finanzierung des Studiums. Zwar betreibt Schulz keine eigene Stellenbörse, hat aber die Angebote einiger wichtiger Ansprechpartner immer im Blick. Er gibt Hinweise, wo Studenten nach Minijobs suchen können und vermittelt auch hin und wieder selbst interessante Angebote.

Zu Studienkrediten hingegen rät er nur dann, wenn Jobben für den Betroffenen definitiv keinen Sinn macht und er sich der Risiken eines Kredits bewusst ist. Zudem sind auch beispielsweise Krankenversicherung oder Wohngeld häufig ein Thema.

„Die Sachfragen stehen meist zu Beginn des Gesprächs im Vordergrund. In den letzten zehn Jahren geht es aber immer häufiger auch in den Bereich der privaten Probleme“, sagt Schulz, der seine Stelle seit 17 Jahren ausübt. „Durch den Bologna-Prozess und den zunehmenden Leistungsdruck stehen die Studierenden unter einem dauerhafteren Stress und werden zum Teil auch einsamer“, hat er beobachtet.

Bei reinen Unsicherheiten hilft er selbst gerne mit seiner Meinung weiter, bei konkreten psychischen Problemen vermittelt er an seinen Kollegen von der psychologischen Beratungsstelle. „Am Ende kommen aber auch diese Studierenden dann häufig wieder, und ich entwickele sozusagen ein Gesamtkonzept“, so Schulz.

Langweilig wird ihm jedenfalls nicht. Ob Erstsemester, Studierende mit Kind, ausländische Studenten oder Menschen mit Handicap – für alle bedarf es individueller Lösungen. Und die breit gefächerten Gesprächsthemen sorgen ebenfalls für reichlich Abwechslung. „Ich habe vielleicht nicht für alles selbst sofort eine Antwort, sagt er. „Aber man kann mit allem zu mir kommen“.

von Peter Gassner


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