Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Limo und Werbung gibt‘s gratis dazu

Werbung auf dem Campus Limo und Werbung gibt‘s gratis dazu

Es ist Kirmesstimmung auf dem Vorplatz der Mensa auf den Lahnbergen. Das liegt aber nicht am Campusfest der Uni.

Voriger Artikel
Mmmmm, Lasagne
Nächster Artikel
„Man kann mit allem zu mir kommen“

Stefan Wiertz (rechts) verkauft beim „Campus Cooking“ auf dem Vorplatz der Mensa Lahnberge Burger an Studenten.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Zwei Tischkicker, gemütliche Loungemöbel und ein hipper Foodtruck, in dem ein Fernsehkoch Hamburger belegt. Ein großes deutsches Telekommunikationsunternehmen betreibt einiges an Aufwand, um sich bei der Masse an Werbung auf dem Campus von der Konkurrenz abzuheben.

Der Hamburger kostet drei Euro und ist damit günstiger als die übrigen Fleischgerichte in der Mensa. Alternativ zum fleischlastigen Burger gibt es eine vegetarische Variante mit Käse. Der Mobilfunkanbieter sponsert noch eine Limonade dazu. Die Schlange vor dem Imbisswagen ist lang, die Bänke davor belegt. Der Fernsehkoch Stefan Wiertz gibt an diesem Tag schätzungsweise 300 Burger heraus, obendrauf gibt es flotte Sprüche. Das Rezept kommt von ihm, den größten Teil derArbeit machen die Mitarbeiter in der Mensa-Küche. Dafür gehen auch die Erträge an das Studentenwerk.

Das werbetreibende Unternehmen betont, das Essen aus dem Foodtruck sei „gesund und lecker“. Dazu befragt, erklärt Fernsehkoch Stefan Wiertz, die Zutaten seien frisch und das Fleisch aus der Region. Man biete ein attraktives Event, das die Studenten aus dem Alltag herausholt. „Schön, dass die Uni das so zulässt“, sagt Wiertz.

Für das Studentenwerk bedeutet die Aktion einigen Aufwand. „Immer wenn man etwas zusätzlich anbietet, ist es mehr Arbeit. Aber es lohnt sich, sonst würden wir es nicht machen“, betont Martin Baumgarten vom Studentenwerk. Die Preise kalkuliert das Studentenwerk selbst. „Es bleibt etwa genauso viel übrig wie bei den anderen Menüs.“

Asta: Kommerzielle Werbung gehört nicht auf den Campus

Was den Nährwert der Burger angeht, empfiehlt Baumgarten: „Wenn sich jemand gesund und vollwertig ernähren will, soll er lieber in die Mensa gehen.“

Gerade dafür gibt es dort die Gerichte aus der Reihe Mensa Vital. Baumgarten will den Studenten mit der Aktion etwas bieten und erhofft sich, dass mehr Leute zur Mensa kommen. Zumindest am ersten Tag seien die Verkaufszahlen bereits gestiegen, auch bei den regulären Essen in der Mensa.

Neben dem Küchenteam ist das werbetreibende Unternehmen auch mit vier sogenannten Promotern vor Ort und hat Pappaufsteller auf den Tischen verteilt. Die vier Vermarkter weisen die Studenten beim Essen auf Handyverträge hin, verschenken Kochlöffel und Tragetaschen. Außerdem preisen sie ein Gewinnspiel an, bei dem die Studenten unter anderem einen Mensa-Gutschein gewinnen können. Dazu müssen sie ihre E-Mailadresse angeben – die ist für ein Unternehmen viel wert. Studenten sind eine attraktive Zielgruppe.

Den Gästen, die sich für den Burger entschieden haben, schmeckt es. Zum Beispiel den Biologiestudenten Annika Nürnberger, Anna Rockel und Michael Ress. „Schmeckt super, für den Preis“, sagt Nürnberger. Da nehmen die drei auch die Werbung des Unternehmens gerne in Kauf. „Für so einen Burger würde ich viel über mich ergehen lassen“ sagt Ress, der schon aufgegessen hat.

Dem Asta schmeckt diese Werbung gar nicht. „Kommerzielle Werbung gehört nicht auf den Campus“, sagt Dorian Tigges, Vorstandsmitglied im Asta. Es sei nicht die Aufgabe einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, Einnahmen über Werbung zu generieren, sagt Tigges. „Und die Unternehmen lassen sich die Werbung anscheinend durchaus viel kosten.“

von Philipp Lauer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Instagram