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Poltergeister wirbeln Pfarrhaus durcheinander

Serie Leichenpredigten, Teil 5 Poltergeister wirbeln Pfarrhaus durcheinander

Der Pfarrer Andreas Günther wurde im Jahr 1666 einige Monate lang im Pfarrhaus von Poltergeistern geplagt.

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Das Titelblatt der Leichenpredigt für den Pfarrer Andreas Günther, der im Jahr 1709 starb.

Quelle: Geißler

Marburg. Nicht nur in Hollywood-Filmen gibt es Poltergeister. Der Pfarrer Andreas Günther (1634 bis 1709) wurde ein halbes Jahr nach seinem Dienstantritt im Pfarrhaus in Kabsdorf in der heutigen Slowakei von mit seltsamen Geräuschen verbundenenen Spukerlebnissen heimgesucht.

Das geht aus dem von den Pfarrer selbst verfassten Lebenslauf hervor, der der Leichenpredigt für Günther beiliegt. Diese Leichenpredigt gehört zum Bestand des Thüringischen Staatsarchivs Altenburg.

„Der Lebenslauf ist eine hochinteressante autobiographische Quelle der Schilderung paranormaler Phänomene in der Frühen Neuzeit“, erläutert Daniel Geißler, der als Mitarbeiter der Marburger Forschungsstelle für Personalschriften die Leichenpredigt aufgearbeitet hatte.

Der ganze Spuk im Pfarrhaus ging im Juli 1666 los, nachdem der protestantische Pfarrer mit drei Franziskanermönchen über theologische Themen geredet und dabei die von ihm vertretene reformatorische Lehre verteidigt hatte. Bei dem anschließenden Besuch im Pfarrhaus seien die Mönche sehr verärgert überall umhergegangen, erinnert sich Günther. Und zwar „sonderlich in die Winckel und finstern Oerter, da sie ihr Zauberwerk verbrachten“.

Denn den wenige Tage später einsetzenden Spuk schrieb der Pfarrer eindeutig den Mönchen zu. Begonnen habe es zunächst nachts und zwar „mit Rumoren und Werfen von kleinen Steinchen, Kalck, Leimen und Erden-Klössen“. Dann habe sich das Ganze auch noch nach der sonntäglichen Predigt fortgesetzt, in der der Pfarrer seiner Gemeinde von den nächtlichen Ereignissen berichtet habe.

Schließlich wurde das „Poltern und Toben so stark, daß etliche 100 Personen solches sowohl in- als auch ausser der Pfarre ansahen und höreten“, berichtet der Pfarrer.

von Manfred Hitzeroth

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