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Aktionstag

Konkrete Hilfe nach Studienabbruch

Studienzweifler und Studienabbrecher können an einem Aktionstag am 26. Mai Rat und ­Unterstützung für den ­Berufseinstieg finden.
Michael Guder (von links), Kordula Weber, Heiko Paul und Walter Ruß bieten Studienabbrechern eine Anlaufstelle.

Michael Guder (von links), Kordula Weber, Heiko Paul und Walter Ruß bieten Studienabbrechern eine Anlaufstelle.

© Lisa Scholz

Marburg. Die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) hat einen Arbeitskreis gegründet, der Studienabbrechern beim Einstieg in die Berufswelt helfen soll. „Das Thema Studienabbruch ist gewachsen. Gerade für eine Universitätsstadt ist das ein wichtiges Thema“, sagte Walter Ruß von der IHK.

Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen und Studenten zusammenzubringen. „Die Vernetzung und Verzahnung ist ein Alleinstellungsmerkmal des Arbeitskreises“, so Michael Guder, Geschäftsführer von Guder und Partner in Marburg. Nach dem ersten Beratungstag am 26. Mai soll es regelmäßig Termine in Marburg und Kassel geben.

Bestandteil der Erstberatung ist ein Test aus 158 Fragen, der in Kooperation mit der Personaldienstleistungsgesellschaft des Einzelhandelsverbandes Nordhessen durchgeführt wird. Damit soll die Eignung und fachliche Orientierung für bestimmte Berufe festgestellt werden. Anschließend bekommen die Studierenden Empfehlungen und Kontakte an die Hand und werden auch beim Bewerbungsverfahren unterstützt.

Chance statt Niederlage

Der Verein Arbeit und Bildung bietet darüber hinaus einen Kompetenzcheck an. So sollen durch eine Gruppenarbeit im Assessment-Center soziale Kompetenzen getestet werden. In der Einzelarbeit geht es um das Aufbrechen psychologischer Barrieren. Zunehmende Akademisierung, Familie, Freunde und Wirtschaft vermitteln oft den Eindruck, ein Studium sei notwendig, um Karriere machen zu können. „Es muss ein Umdenken stattfinden. Sie sollen den Studienabbruch als Chance, nicht als Niederlage begreifen“, erklärte Kordula Weber.

„Es geht nicht nur um die Beratung, sondern um ganz konkrete Handreichungen“, schilderte Walter Ruß. Der Arbeitskreis will Studienabbrecher passend zur Unternehmensstruktur an Betriebe vermitteln, in denen sie gute Chancen haben.

Kleinere Handwerksbetriebe genauso wie große Unternehmen können sich melden, wenn sie freie Stellen zu besetzen haben. Die Unternehmer erhalten Hilfe bei Fachkräftemangel und Entlastung durch die Vorauswahl des Arbeitskreises. „Außerdem ist die Loyalität der Studienabbrecher gegenüber dem Unternehmen größer. Sie haben mehr Lebenserfahrung und sind reifer“, glaubt Kordula Weber von dem Verein Arbeit und Bildung. Auch die Sparkasse Marburg-Biedenkopf war Mitbegründer des Arbeitskreises. „Wir wollen hier vor Ort passende Ideen entwickeln und die regionale Wirtschaft fördern“, erklärt Heiko Paul von der Sparkasse.

Die neue Anlaufstelle für Studienabbrecher und -zweifler soll ihnen individuelle Hilfestellungen geben. „Wir sind keine Parallelveranstaltung zur Universität“, betonte Michael Guder. „Wir wollen Menschen, die durch das Raster fallen, eine Perspektive geben.“

Kontakt und Informationen auf Facebook unter „Informationsbüro Studienabbrecher“ oder telefonisch mit Walter Ruß unter 0561/7891373 und russ@kassel.ihk.de

von Lisa Scholz

[Philipp Lauer]

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