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Homosexualität auf dem Land

Studie Homosexualität auf dem Land

Klaus Wowereit, Thomas Hitzlsperger, Hape Kerkeling. Sie alle hatten ihr Coming-Out als Schwule und haben dafür vor allem eins geerntet: Applaus. Doch wie sieht es jenseits der großen Bühnen und Städte, auf dem Land aus?

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Homosexualität auf dem Land

Ist das Outing als Homosexueller auf dem Land schwerer? Das will Johanna Braun erforschen.

Quelle: Michael Reichel/dpa

Marburg. Das will Johanna Braun genauer wissen. Sie studiert Europäische Ethnologie an der Philipps-Universität und möchte für ihre Masterarbeit das Thema „Homosexuelle Männer auf dem Land“ erforschen.

Es ist ein heikles Thema: „Studien belegen, dass ein hoher Prozentsatz an Homosexuellen Angst hat, sich zu outen – gerade auf dem Land“, weiß die Kulturwissenschaftlerin. „Ich frage mich, ob homosexuellen Männern inzwischen offener begegnet wird, oder ob sie, weil sie in einem Dorf leben, öfter in Konfliktsituationen mit ihrem Mitmenschen geraten“, fasst die Studentin die Grundfrage ihrer Masterarbeit zusammen.

Es ist ein Thema, das Johanna auch persönlich bewegt: „Ich habe Freunde, die homosexuell sind“, erzählt die 26-Jährige. Das Outing ihrer Freunde sei unproblematisch verlaufen. „Auf dem Land ist das schwerer“, vermutet Johanna, die selber auf einem Dorf „in einer katholischen Region“ Thüringens aufgewachsen ist. „Hier wird – im Gegensatz zur Stadt – Heterosexualität als das ‚Normale‘ und Richtige angenommen“, erzählt sie.

Um herauszufinden, ob das stimmt, sucht sie homosexuelle Männer, die um die 30 Jahre alt sind und in einem Dorf in Hessen leben. Mit diesen Männern würde sie sich gern für ein offenes, ungezwungenes Interview treffen. Gar nicht so leicht: „Im Moment ist es mein größtes Problem, überhaupt Interviewpartner zu finden.“ Über das Internet habe sie bereits versucht, Kontakt zu Gruppen Homosexueller aufzunehmen, bisher jedoch ohne Erfolg.

Sind sie zu ängstlich? Ist das Thema für sie nicht wichtig genug? Johanna (Foto: Korte) zuckt die Achseln. An der Wichtigkeit des Themas könne es ihrer Meinung nach nicht liegen. Sie ist sich sicher, dass die aktuelle Debatte um die Homo-Ehe nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger und viele Familien zuhause am Esstisch beschäftige. Über das Thema müsse man reden. Ob „Bauer sucht Mann“ nun einem Drehbuch folge oder nicht. Klar sei: „Es gibt Menschen, die auf dem Land leben und einen Partner suchen.“

Angst brauchen die Teilnehmer übrigens auch nicht zu haben. „Ich werde alle Daten und Namen selbstverständlich anonym behandeln“, verspricht Johanna.

von Ruth Korte

 
Kontakt
Homosexuelle Männer, die um die 30 Jahre alt sind, in einem Dorf in Hessen leben und bereit für ein offenes und anonymes Interview sind, können sich per E-Mail ( jo.braun89@googlemail.com ) oder Handy (0160 / 9872 1637) bei Johanna Braun melden.
 
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