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„Gesamterlebnis“ Buch einmal anders

"Library Slam" „Gesamterlebnis“ Buch einmal anders

„Wer schreibt heute schon noch eine Rezension?“, fragt Lydia Kaiser. Beim „Library Slam“ in der Universitätsbibliothek gibt sie Studenten die Möglichkeit, Bücher einmal auf ganz andere Weise zu präsentieren.

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Bücher in der Bibliothek sind nicht immer nur zum Lernen gut: Die Teilnehmer des vergangenen Jahres inspirierten sie zu den verschiedensten Darbietungen.

Quelle: Andrea Warnecke

Marburg. Für die meisten Studenten ist die Universitätsbibliothek ein Ort, mit dem man eher etwas Negatives verbindet. Oft wochenlang quält sich der ein oder andere dort beim Verfassen seiner Hausarbeiten. „Es ist normalerweise eher ein Ort des Lernens und der hohen Konzentration“, sagt Lydia Kaiser. Doch in der Bibliothek liegt so manch verborgener Schatz – davon ist Kaiser überzeugt und will dies auch den Studenten vermitteln. „Wir wollen zeigen: Bei uns findet ihr die tollsten Sachen“, erklärt sie die Idee für den „Library Slam“.

Im vergangenen Jahr fand die Veranstaltung, die an das Konzept des Poetry Slams angelehnt ist, zum ersten Mal statt – und wurde gleich zu einem durchschlagenden Erfolg, wie Kaisers Kollegin Bärbel Schäfer berichtet, die die Premiere organisiert hatte. Die 150 Plätze waren komplett ausverkauft – in diesem Jahr wird auf 200 Plätze aufgestockt.

„Abtauchen in eine andere Welt“

Im Foyer der ersten Etage in der Uni-Bibliothek treten sechs bis acht Slamer am Freitag, 30. Oktober, gegeneinander an. Inhalt ihrer Auftritte: Eines der tausende Bücher, die in der Marburger Bibliothek zu finden sind. Die Art der Präsentation ist dabei nicht festgelegt: Vom Gedicht über die humoristische Verarbeitung des Buchinhaltes oder die Schilderung des Leseerlebnisses bis hin zum Streitgespräch im Team. „Das Buch soll Initialzündung für Ideen sein“, sagt Kaiser. Die Bandbreite im letzten Jahr war entsprechend groß: „Von der Bibel bis zum ethymologischen Wörterbuch war alles vertreten“, erinnert sich Schäfer.

Ein Buch – „das ist ein Gesamterlebnis“, so Kaiser. „Man kann es anfassen und hat mit dem Einband meist noch eine hübsche Verpackung.“ „Man hat die ganze Geschichte in der eigenen Hand und sieht genau, an welcher Stelle man ist“, ergänzt Schäfer. Bei der heutigen Generation von Studenten gehe es wegen der neuen Medien bei vielen von ihnen „stark über Bilder“, weiß Kaiser. Im Gegensatz müsse sich der Leser bei einem Buch „einige Dinge selbst vorstellen“ und die eigene Kreativität benutzen. Dadurch biete sich die Möglichkeit zu einem „stärkeren Abtauchen in eine andere Welt“.

Diese individuellen Leseerfahrungen greift der „Library Slam“ auf. „Wir wollen erfahren: Was löst dieses Buch bei jemandem aus“, sagt Kaiser.

  • Die vom bekannten Slamer Bo Wimmer moderierte Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und soll etwa zwei Stunden lang dauern. Der Lesesaal wird aus diesem Grund bereits ab 18 Uhr geschlossen. Wer selber etwas vortragen möchte, kann sich bis Mittwoch, 28. Oktober, bei Bo Wimmer anmelden. Karten gibt es im Vorverkauf im Antiquariat Roter Stern und im Informationszentrum der Universitätsbibliothek sowie an der Abendkasse. Der Eintritt beträgt fünf Euro.

von Peter Gassner

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