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Sprungbrett Marburg

„Freiheit ist mit nichts zu vergleichen“

„In einem großen Konzern wäre ich auf Dauer nicht glücklich geworden“, sagt Stefan Waldhauser. Nachdem er seine eigene IT-Firma verkauft hat, möchte er bald als „Business-Angel“ junge Gründer unterstützen.

Von Marburg bis in das Silicon Valley in Kalifornien: Stefan Waldhauser.

© Privatfoto

Herzogenaurach. Nach seinem Abschluss in Wirtschaftsmathematik begann Stefan Waldhauser 1993 bei der Software-Firma Datev. Nachdem er schon während seines Studiums in Richtung Informatik tendiert hatte,
lernte er bei dem IT-Dienstleister das Handwerk des Software-Engineering und gründete schließlich im Jahr 2000 sein eigenes Unternehmen.

Die zu Beginn aus lediglich zwei Mitarbeitern bestehende Firma „WeWebU“ – mit der er spezielle Applikationen für Geschäftskunden anbot – führte er zu einer „gewissen Größe, mit der es in diesem Bereich in Europa schwierig wird“. 2013 entschloss er sich, sein Unternehmen an die im Silicon Valley beheimatete Firma Alfresco zu verkaufen. Dort ist er heute tätig und reist von seiner Wahlheimat Herzogenaurach, wo er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, oft nach Kalifornien oder nach London.

„Das Schöne daran ist, zu sehen, wie schnell sich alles entwickelt hat“, sagt Waldhauser. Das, was er heute im Silicon Valley sieht, sei kein Vergleich zu der IT-Branche, in der er vor 22 Jahren angefangen hat. „Dort komme ich mir manchmal vor wie in einem Science-Fiction-Film“, sagt er. „Die ständige Veränderung ist es, was mir in der Softwarebranche so viel Spaß macht.“

„Jeder kann es schaffen“

In einigen Jahren möchte Alfresco an die Börse gehen und Waldhauser bereitet dies mit vor. Für die Zeit danach hat er andere Pläne. Als „Business-Angel“ möchte er jungen Gründern behilflich sein, denn „wir haben in Deutschland super ausgebildete Leute und viele Ideen. Die meisten erfolgreichen Technologie-Firmen sitzen aber trotzdem in den USA“, begründet er. „Mit einer guten Idee, Disziplin und ohne Angst vor Risiko kann es jeder schaffen“, ermutigt er heutige Studenten, die nicht wissen, was sie im Anschluss machen sollen. „Die Freiheit, die man in der Selbstständigkeit fühlt, ist mit nichts zu vergleichen.“

Ihm selbst habe dabei auch die interdisziplinäre Ausbildung an der Philipps-Universität mit BWL und Mathematik geholfen, auch wenn das Studium hart gewesen sei. Nicht nur deshalb kommt der gebürtige Marburger immer wieder gerne zurück: „Die Ruhe und Beschaulichkeit in Marburg ist ein schöner Kontrast zu meiner Arbeit.“

von Peter Gassner


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