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Der asiatischen Hornisse auf der Spur

Forschungsprojekt Der asiatischen Hornisse auf der Spur

Es war eine ungewöhnliche Mail, die im vergangenen Monat ins Email-Postfach vieler Marburger Studenten flatterte. Vor „eingewanderten Hornissen“ wurde darin gewarnt. Was steckt dahinter?

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Stubenhocker, Malocher und Urlauber

Das ist sie: Die Asiatische Hornisse. Erkennbar an ihrer braunschwarzen Färbung.

Quelle: Pixabay

Marburg. Hinter dem Projekt stecken die vier Biologinnen Isabella Aberle, Anna Heiß, Lisa Schwarz und Nathalie Wegner. Sie wollen Daten über die Asiatische Hornisse sammeln. „Die Asiatische Hornisse beginnt, sich immer mehr in Europa auszubreiten“, weiß Nathalie Wegner. Der Naturschutzbund (NABU) vermutet, dass sie mit asiatischen Importwaren eingeschleppt wurde. „Wir fragen uns: Wie weit ist die Asiatische Hornisse in Deutschland schon vorgedrungen? Gibt es bereits Völker in Hessen? Und wie ist es generell um die Europäische Hornisse bestellt?“. Das Problem: „Wir haben nicht die Zeit und das Geld durch ganz Deutschland zu fahren und Daten zu sammeln“, so Wegner.

Nathalie Wegner, Mitinitiatorin des Projektes. Privatfoto

Nathalie Wegner, Mitinitiatorin des Projektes.

Quelle: Privatfoto

Um  Antworten auf Ihre Fragen zu beantworten, führen sie daher ein Citizen Science Projekt durch. „Citizen Science Projekte sind Wissenschaftsprojekte, die mithilfe der Bürger durchgeführt werden“, erklärt Dr. Katrin Heer vom Fachbereich Biologie, die das Projekt der jungen Wissenschaftlerinnen begleitet. „Die Bürger melden Beobachtungen, führen Messungen durch oder werten Daten aus.“

Um diese Daten zu sammeln haben die Studenten eine Homepage erstellt. Dort können Bürger ihre Beobachtungen über ein Online-Formular mitteilen oder – alternativ – mit Hilfe eines Flyers per Postkarte an die Studenten schicken. Aber wie sieht die asiatische Hornisse eigentlich aus? Auch dazu liefert die Homepage wichtige Hinweise: Zu erkennen sei die Asiatische Hornisse besonders an ihrer charakteristischen braunschwarzen Färbung. Dies ist ihr wohl auffälligstes Merkmal, denn mit dieser Färbung setzt sie sich klar von der Europäischen Hornisse ab, welche gelb-orange ist.

Hornissen sind nicht gefährlicher als Wespen

Wichtig ist den Studenten auch, die Bevölkerung zu einheimischen und eingewanderten Hornissen zu informieren. „Beim Stichwort Hornisse geht ja bei vielen Menschen die Alarmglocke an. Aber es gibt keinen Grund zur Panik“, beruhigt Wegner. Hornissen sind allem Volksglauben zum Trotz nicht gefährlicher als normale Wespen. „Sie gelten sogar als weniger aggressiv.“

Trotzdem empfiehlt es sich, die Nähe zu ihren Nestern zu meiden und sich ruhig zu verhalten – „nicht anpusten oder wild um sich schlagen“ – wenn sie in der Nähe sind. Bisher sind über 10 Meldungen bei den Studenten eingegangen. „Es ist total spannend, die Rückmeldungen zu bekommen“, findet Wegner. Noch bis Ende Juli sammeln die Studenten Daten für ihr Projekt, das die Universität Marburg in Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) durchführt.

von Ruth Korte

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