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Ein Hauch von Wärme im Beton

Mathematik und Informatik Ein Hauch von Wärme im Beton

Sie wirbt auf ihrer Internetseite mit einer der schlechtesten Aussichten auf den Lahnbergen. Damit übertreibt die Fachschaft des Fachbereichs 12 keineswegs.

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Julia Krath (von links), Christian Strack, Nicole Denz und Verena Horn nehmen fürs Gruppenfoto auf dem Fachschaftssofa Platz.

Quelle: Gabriele Neumann

Marburg . Das große Mehrzweckgebäude auf den Lahnbergen trotzt dieser Tage den umliegenden Großbaustellen mit der ganzen Grazie eines großen Betonklotzes. Kälte, wohin das Auge blickt. Überall? Nein. Es gibt eine kleine Enklave der Menschlichkeit in diesem Beton gewordenen Grauen aus dem 70er Jahren. Den Raum der Fachschaft 12. Der Weg dorthin ist lang und beschwerlich, doch die Mühe lohnt. Gut gefüllte Getränkekisten, eine Kaffeemaschine, ein Wasserkocher und vor allem gut gelaunte Fachschafter warten in dem kleinen Raum mit der unscheinbaren Nummer 04D04 auf den Besucher.

Dass an der Wand eine echte Tafel hängt, ist kein Statement zur Handschriftlichkeit, "obwohl wir Informatiker mehr mit der Hand schreiben als viele andere", betont Christian Strack. "Klausuren finden bei uns nicht im PC-Saal statt, sondern mit Stift und Papier", erklärt Strack weiter. Der Fachschaftsraum ist immer offen, und wird rege genutzt, zum Beispiel als Mini-Café - auch weil die Halbliterflasche Cola im Automaten stolze 1,65 Euro kostet. Aber echte Fachschaftsarbeit machen die Mathematiker und Informatiker auch. "Wir machen zum Beispiel die Vorlesungsumfragen selbst, und zwar jedes Semester", sagt Verena Horn, Master-Studentin der Wirtschaftsmathematik. Bei rund 30 Veranstaltungen pro Semester ein ganz ordentlicher Aufwand. Aber die Arbeit lohnt sich. Am Ergebnis sind Studierende und Professoren rege interessiert. "Wir bekommen oft Anfragen, wann denn die Ergebnisse vorliegen", sagt Christian Strack. Einen ganz konkreten Nutzen für Studierende haben auch die Prüfungsprotokolle, die die Fachschaft von Studierenden bekommt und an interessierte Prüfungskandidaten weiter verteilt.

Wer mit der Fachschaft in Kontakt treten will, kommt einfach vorbei oder trägt sich in eine Mailing-Liste ein. Das Klischee vom menschenscheuen Informatik-Nerd trifft hier definitiv nicht zu. Um die zehn aktive Mitglieder zählt dlie Fachschaft 12, die sich offiziell an jedem 1. Donnerstag im Monat um 18 Uhr trifft.

Für die Arbeit in Gremien, etwa in Prüfungsausschüssen, motiviert die Fachschafter besonders das Mitspracherecht. "Sonst könnten die Profs ja einfach über unsere Köpfe hinweg entscheiden", wirft Verena Horn selbstbewusst ein. An Selbstbewusstsein mangelt es den Fachschaftern im Fachbereich 12 nicht. "Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Profs", sagt etwa Nicole Denz, die wie Verena Horn, Wirtschaftsmathematik studiert. Als Pioniere des ersten BA-Semesters haben sowohl Strack als auch Verena Horn, Nicole Denz und Julia Krath an der Verbesserung der Studienordnung mitgewirkt. Jetzt suchen die MA-Studenten schon Nachwuchs für die Fachschaftsarbeit der nächsten Semester. "Vielleicht ist momentan der Druck zum Mitmachen nicht so groß, weil der Studiengang schon ganz gut etabliert ist", sagt Julia Krath.

Für die Fachschafter steht der Spaß ganz klar gleichberechtigt neben der Arbeit. Spaß gibt's bei der OE und den Partys, aber auch bei der inzwischen legendären Weihnachtstombola. Dass der Hauptgewinn, der Schokobrunnen, letztes Mal ausgerechnet an den Dekan ging, war für die Studierenden ein bisschen Pech, erzählt Julia Krath lachend, aber "die Leute machen mit, weil sie wissen, dass das Geld sinnvoll verwendet wird". Zuletzt wurden davon Tassen für die Fachschaft und T-Shirts für die OE angeschafft. Denn die nächste OE kommt bestimmt.

von Gabriele Neumann

Mehr Informationen zur Fachschaft gibt es hier.

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