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Endlich einmal Zeit zum Forschen

Forschungssemester Endlich einmal Zeit zum Forschen

22 Dozenten der Universität Marburg setzen in diesem Semester aus, um nur zu forschen. Einer von ihnen ist Professor Martin Kuester.

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Professor Martin Kuester ist einer von 22 Dozenten der Universität Marburg, der sich derzeit im Forschungssemester befindet.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Was für viele selbstverständlich klingt, ist für Universitätsprofessoren während des Semesters oft eine Herausforderung: Forschen. Neben Vorlesungen, Seminaren, Prüfungsabnahmen und administrativen Aufgaben bleibt die Forschungsarbeit für Hochschullehrer oft liegen. Viele von ihnen lassen sich daher ein Semester lang freistellen, um sich allein der Forschung zu widmen.

Zum Beispiel Professor Martin Kuester. Seit dem Beginn des Sommersemesters hat der Anglist endlich Zeit, „länger an Forschungsarbeiten zu sitzen und sich dem Schreiben von Aufsätzen und Büchern zu widmen“.

In sein Büro im Turm der Philosophischen Fakultät komme er trotzdem noch mehrmals pro Woche. Zwar hat er sich während des Forschungssemesters auch als geschäftsführender Direktor des Instituts für Anglistik und Amerikanistik zurückgezogen, doch seine Aufgaben in gleicher Funktion des Marburger Zentrums für Kanada-Studien nimmt er weiterhin wahr und das bedeutet im Moment: viel Organisation für eine Tagung im Juni.

„Die akademische Uhr tickt weiter“

Zudem müssen Prüfungen weiterhin abgenommen, Hausarbeiten korrigiert werden. „Die akademische Uhr tickt weiter. Aber nur so lange, wie ich will“, sagt der 57-Jährige und nippt entspannt an seinem Kaffee.

Laut des Hessischen Hochschulgesetzes steht jedem Professor nach sieben Semestern in der Lehre ein Forschungsfreisemester zu. Im vorigen Wintersemester haben davon 22 Professoren der Universität Marburg Gebrauch gemacht. In diesem Sommersemester sind es ebenfalls 22, wie Uni-Sprecherin Andrea Ruppel mitteilt.

In ihrem Forschungssemester werden die Professoren von allen Lehrverpflichtungen freigestellt - insofern das Lehrangebot des Instituts abgedeckt werden kann. Dies war für Kuester „kein Problem, weil Kollegen sich problemlos bereit erklärt haben, bestimmte Lehraspekte zu übernehmen“. Viele Dozenten nutzen das Halbjahr, um als Gastprofessor an einer Universität im Ausland zu lehren oder an Tagungen teilzunehmen.

Auch Kuester ist viel unterwegs. Zuletzt hat er an einer Tagung der British Association for Canadian Studies in London teilgenommen, wo er wertvolle Kontakte geknüpft und Inspirationen für seine Forschung gesammelt hat. „Man schöpft ganz neue Energie.“

von Ruth Korte

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