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Ein Land – „Dos Españas“

Joukas Blog Ein Land – „Dos Españas“

Erasmus-Student Jouka Röhm beschreibt den Gegensatz zwischen Stadt und Land, der schon in der spanischen Literatur des 19. Jahrhundert geschildert wird.

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Oviedo. Auf dem Weg zurück von Granada nach Oviedo durchquere ich das Land. Fast 900 Kilometer, von der Sierra Nevada in Andalusien durch die weite Ebene Kastiliens bis hoch nach Asturien.
Die Landschaft, die am Busfenster vorbeizieht, erinnert an einen Topos der spanischen Kultur und Literatur: Der Gegensatz der ,,Dos Españas“, der zwei Spanien. Dieses seit dem 19. Jahrhundert vor allem literarisch gepflegte Motiv bezieht sich auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land. Heute noch ist der Kontrast zwischen der dünn besiedelten Steppe der Region Kastilien und Leon und der Millionenstadt Madrid in dessen Zentrum klar zu erkennen.

Konservatives Land, liberale Stadt

Damals manifestierte sich die Teilung darüber hinaus in den verschiedenen politischen Lagern: Die katholisch-traditionalistische Landbevölkerung unterschied sich klar von den liberalen fortschrittlichen Städtern. Diese Lager standen sich schließlich auch im spanischen Bürgerkrieg in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gegenüber, den der konservative spanische General Franco für sich entschied.
Inwieweit die Nationenpluralität innerhalb des Landes (katalanisch, baskisch, galizisch und spanisch), oder der Konflikt zwischen dem nach Unabhängigkeit strebenden Katalonien und der spanischen Regierung in Madrid in diesen Topos mit hineinspielt, sei mal dahingestellt. Eines ist aber klar: Hier wohnen mehrere Herzen in derselben Brust.

von Jouka Röhm

Jouka Röhm (26) studiert den Master Romanische Philologie an der Philipps-Universität Marburg und berichtet für die OP von seinem sechsmonatigen Erasmus-Aufenthalt in Oviedo/Spanien.

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