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Die Uni kommt auf den Baum

UNIversum Die Uni kommt auf den Baum

Botanischer Garten. Es werden immer weniger Weihnachtsbäume an der Philipps-Universität aufgestellt und geschmückt. Das ist zumindest die Beobachtung von Kurt Schmidt, technischer Leiter des Neuen Botanischen Gartens.

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Kurt Schmidt, technischer Leiter des Neuen Botanischen Gartens.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. In den vergangenen Jahren haben er und seine Mitarbeiter deutlich mehr Tannen ausgeliefert. „Woran das liegt, kann ich aber nicht sagen“, so Schmidt. Die Anfragen seinen einfach weniger geworden.

Dabei wäre es für die Institute eigentlich ein einfaches, einen Baum zu bekommen. Denn in Caldern besitzt die Uni ein eigenes Waldstück, was von den Mitarbeitern des Botanischen Garten betreut wird und von dem aus auch die Weihnachtsbäume geliefert werden könnten. Neben der Fläche auf den Lahnbergen, wo eine über vier Meter hohe Fichte geschmückt vor dem Gebäude steht, hat aber nur der Fachbereich für Biologie von dem Angebot Gebrauch gemacht. Dort steht der Baum im Foyer direkt gegenüber des Elefanten-Skeletts.

Gestecke und Kränze aus Tannen werden seit diesem Jahr auch nicht mehr von den Mitarbeitern des Botanischen Gartens hergestellt – eine Auswirkungen des Sparkurses, die die Marburger Institution getroffen hat. Schmidt selbst hat trotzdem ein Gesteck mit Kerze in seinem Büro stehen. Obwohl die Fichte eigentlich untypisch für unsere Breitengrade ist. „Hier sind Laubwälder heimisch. Tannenhölzer kommen sonst eigentlich in höheren und kälteren Lagen vor.“

Aus Christbaum wurde Weihnachtsbaum

Institut für Religionswissenschaft. Viele Bräuche lassen sich auch wissenschaftlich erklären. Manche werden aber vermutlich immer ein Mysterium bleiben oder sich die Bedeutung zumindest nie zu 100 Prozent klären lassen. Fakt ist aber, dass viele heutige Institutionen wie der Adventskalender oder die Beschenkung am 24. Dezember ordinär protestantische Bräuche sind.

Der Tannenbaum ist Folge einer Tradition, in der Weihnachten und der 25. Dezember auch ein Tag für Adam und Eva waren, so Julia Dippel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Religionswissenschaft. Bei den Paradiesspielen war natürlich immer auch ein Baum zentraler Bestandteil, die immergrüne Tanne bot sich deshalb zu dieser Jahreszeit besonders an. Aber auch andere Symboliken und deren Bedeutung – die Farbe grün für die Hoffnung, das Immergrün als Beispiel für die Fruchtbarkeit oder der Zusammenhang mit dem Apfel (der auf lateinisch Malus = die schlechte Frucht heißt) waren prägende Zeichen.

von Andreas Arlt

Ein kleiner Baum, ein kleiner Fachbereich und eine große Gemeinschaft

Fachbereich Kunstgeschichte. Die Frage ist ja fast schon eine Beleidigung. Natürlich hat das kunstgeschichtliche Institut den schönsten Baum, sagt Marie Heinemann. Und warum das so ist, erklärt die 25-Jährige dann auch: „Weil wir hier alles in Eigenregie machen. Sogar der Schmuck ist selbstgebastelt“. Der Baum wird von den Fachschaftsmitgliedern, zu denen auch Heinemann gehört, ausgesucht, gekauft und im Foyer des Hülsen-Hauses an der Biegenstraße aufgestellt.

Zugegeben, der Baum ist kein wirklicher Riese. Mit seinem knappen 1,50 Meter passt er aber in die gemütliche Atmosphäre in dem kleinen Fachbereich. Während der Baum im Hintergrund leuchtet, sitzen die angehenden Kunst-, Musik und Medienwissenschaftler in gemütlicher Runde beisammen. Aber der Fachbereich kann nicht nur gemütlich: es wird auch mal laut. Dann spielt Musik im Hintergrund und die Gespräche über Kunst und Medien dienen einzig dem Vergnügen.

So wie bei der Weihnachtsfeier. „Dieses Jahr ging es bis um halb drei Nachts“, sagt Heinemann. Wer eifrig arbeitet, darf auch mal feiern. Und dafür investieren die zehn Fachschaftsmitglieder auch einige Zeit für ihr Institut. Organisation ist eben alles: So gibt es jährlich einen Bücherbasar, dessen Erlös dem Fachbereich zu Gute kommt. 

Eine rot geschmückte Instanz in schnelllebigen Zeiten

Früher war eben nicht mehr Lametta! Zumindest wenn es um den weihnachtlichen Schmuck des Baumes in im Speisesaal der Mensa am Erlenring geht. „Ich glaub der Schmuck ist schon 20 Jahre alt“, sagt Haushandwerker Hubert Göttig und grinst dabei. In schnelllebigen Zeiten wäre es eben gut, wenn sich manche Dinge nicht verändern, meint Göttig und schließt an: „Und unser Baum ist definitiv zeitlos“.

Gut – die Kugeln und das Lametta haben schon mal ein traditionelles Rot. Ansonsten ist der Baum eher schlicht geschmückt. Dafür ist der Wiedererkennungswert hoch. „Erst letztes Jahr wurde unser Baum von Studenten wieder zum Schönsten in der Uni gewählt“, sagt Franziska Busch, Pressesprecherin des Marburger Studentenwerks. Und wer möchte den Studenten schon widersprechen? Schließlich sind sie es, die sich in der vorweihnachtlichen Zeit in der Mensa einfinden, um hier gemeinsam zu essen. Ein Weihnachtsbaum gehört zur Adventszeit dazu und da ist es auch egal, ob der Schmuck für selbigen schon ein wenig älter ist. Es kommt auf die richtige Stimmung an und die ist in der Mensa
allemal vorhanden,

von Dennis Siepmann

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