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Die Sicherheitsexpertin

Helden im Hintergrund Die Sicherheitsexpertin

Ein unbeweglicher Bürostuhl, ein niedriger Schreibtisch, den Computerbildschirm direkt vor der Nase, das Fenster im Rücken - beim Anblick solcher Arbeitsplätze kann Annette Biederbick nur den Kopf schütteln.

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Die Schutzhandschuhe immer dabei: Sicherheitsbeauftragte Annette Biederbick.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Seit 2005 ist sie Beauftragte für Arbeitssicherheit und Umweltschutz an der Universität Marburg. „Meine Aufgabe ist, möglichst viel dafür zu tun, dass möglichst keine Unfälle passieren und unsere Mitarbeiter gesund bleiben“, fasst die 54-Jährige zusammen. Angesichts der über 4600 Beschäftigten und knapp 27000 Studierenden der Universität klingt das wie eine Mammutaufgabe. Doch zum Glück ist Biederbick damit nicht allein: Ihr steht eine Gruppe aus 26 Fachsicherheitsreferenten und Sicherheitsfachkräften zur Verfügung, mit denen sie sich regelmäßig berät.

Viel Arbeit erledigt sie an ihrem - ergonomisch natürlich korrekten - Schreibtisch: Checklisten müssen erstellt, Schutzmaßnahmen formuliert werden - stets an den aktuellen Vorgaben der Gesundheitsministerien orientiert. „Ich bin aber auch viel unterwegs.“ Zum Beispiel bei den regelmäßigen Kontrollbesuchen an den Instituten. Dabei geht es nicht nur um die ergonomische Ausstattung der Arbeitsplätze. „Sind die Steckdosen ausreichend gesichert? Liegen irgendwo elektrische Leitungen offen, zum Beispiel durch Baumaßnahmen, die nicht zu Ende geführt wurden? Werden die Betriebsanweisungen eingehalten? All das muss überprüft werden“, erklärt Biederbick. Macht sie das zur meist gefürchtetsten Person der Uni? Sie lacht. „Ich versuche nicht, mit erhobenem Finger aufzutreten, sondern zu beraten und zu helfen, wo ich kann.“

„Es ist wie beim Kochen“

Ein Bereich, in dem Sicherheit eine besonders wichtige Rolle spielt, sind die Naturwissenschaften, in deren Laboren viel geforscht und experimentiert wird. Die gefährlichen und teils krebserregenden Stoffe, mit denen dort gearbeitet wird, müssen sachgemäß entsorgt werden. „Wir haben an der Uni ein Zwischenlager, wo die chemischen Abfallstoffe in Gefäßen gelagert werden“, berichtet sie. Doch die Sicherheitsvorkehrungen beginnen schon viel früher: „Virologen und Mikrobiologen beispielsweise arbeiten unter anderem mit Viren, die hochansteckend und gefährlich sein können“, weiß die promovierte Humanbiologin aus eigener Erfahrung. „Sicherheit bedeutet hier, dass Studierende und Doktoranden an vorderster Front forschen können und dabei nicht verletzt werden.“

Biederbick schaut dankbar auf die vergangenen elf Jahre in ihrem Job zurück - auch wenn sie sich viel Fachwissen aneignen musste. „Es ist wie beim Kochen: Je öfter man es macht, desto genauer weiß man, was in eine Sauce gehört und was nicht“, lacht sie.

von Ruth Korte

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