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Die "Königin der Automaten"

Helden im Hintergrund Die "Königin der Automaten"

Petra Kaufmann kümmert sich um das leibliche Wohlergehen der Studenten in der Philosophischen Fakultät. Bei den Automaten vor dem F-Turm sorgt sie stetig für Nachschub.

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Petra Kaufmann füllt einen Automaten mit Bananen und Äpfeln wieder auf.Foto: Peter Gassner

Marburg. „Mensch, da ist ja schon fast wieder alles leer“. Nach einem rund halbstündigen Gespräch muss Petra Kaufmann schnell wieder an die Regale. In der Zwischenzeit haben Studenten die Automaten in der Philosophischen Fakultät zu großen Teilen geleert. „Das kommt immer in Schüben“, sagt sie. Etwas zu tun hat sie aber immer.

Seit dreieinhalb Jahren versorgt die 57-Jährige die hungrigen Akademiker nun an der Automaten-Station, die wegen ihrer Gitter-Umrandung früher auch „Café Stammheim“ genannt wurde. Von Obst, Getränken und belegten Brötchen bis hin zu Kaffee, Kuchen oder Süßigkeiten finden sich dort viele verschiedene Angebote für den Hunger zwischendurch. Dafür, dass diese Lebensmittel nicht ausgehen, sorgt Petra Kaufmann: 30 Stunden pro Woche während des Semesters, 20 Stunden in den Semesterferien.

Die gelernte Friseurin fühlt sich von ihrer Aufgabe erfüllt und freut sich über den häufigen Kontakt mit Studenten. Während sie die Regale auffüllt, putzt oder technische Probleme an den Automaten behebt, „kommt man sehr viel ins Plaudern“, sagt sie. Mit vielen Leuten, die häufig etwas aus den Automaten holen, ist sie inzwischen gut bekannt. Zudem hilft sie bei Problemen mit der U-Card und unterstützt Rollstuhlfahrer dabei, an das gewünschte Essen heranzukommen. Als gute Seele fungiert sie außerdem für Austauschstudenten, die ihre Kurse im Nebenturm der Philfak haben. „Die essen hier gerne viel“, lacht sie. Da sie oft die erste Universitätsangestellte ist, der die Studenten begegnen, wird sie häufig angesprochen. „Manchmal bin ich dann so ein bisschen Mutter für sie“, führt Kaufmann schmunzelnd aus.

Neben der Pflege der Automaten kümmert sie sich um Bestellungen, nimmt zweimal am Tag Lieferungen an und macht Abrechnungen. In ihrem kleinen Büro zeigt sie stolz auf das Bild, das ihr die Enkelin einer Kollegin gemalt hat. „Es zeigt mich an meinem Arbeitsplatz - ich bin die Königin der Automaten, hat die Kleine gesagt“, freut sie sich. Viel lieber als im Büro ist sie jedoch draußen und kommt in Kontakt mit anderen Menschen. „Diese Stelle hier ist mein großes Glück“, sagt Kaufmann.

von Peter Gassner

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