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„Der erste Job ist noch keine Entscheidung“

Sprungbrett „Der erste Job ist noch keine Entscheidung“

Michael Köhler studierte in Marburg Sport und Englisch auf Lehramt. Lehrer werden wollte er dann aber nicht. Nun trainiert er Führungskräfte von Dax-Unternehmen und lehrt an der Uni Harvard. „Diverse Praktika haben mich über die Möglichkeiten im staatlichen Schulsystem etwas desillusioniert“, sagt Michael Köhler. „Doch ich habe mich immer für Lernen und Entwicklung interessiert.“

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Von Marburg nach Berlin, Boston und rund um den Globus: Michael Köhler.

Quelle: Privatfoto

Berlin. Diverse Praktika haben mich über die Möglichkeiten im staatlichen Schulsystem etwas desillusioniert“, sagt Michael Köhler. „Doch ich habe mich immer für Lernen und Entwicklung interessiert.“ Direkt nach dem Studium „habe ich dann erst mal Sachen gemacht, die nicht direkt etwas mit meinem Lehramtsstudium zu tun hatten, aber zumindest indirekt“. Köhler absolvierte ein Praktikum bei der Unternehmensberatung McKinsey und baute anschließend mit der Firma „phorms education“ bilinguale private Ganztagsschulen auf, danach ging er an die Uni Harvard. Dort und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist er heute als Dozent tätig.

Dozent in Harvard und am MIT

Doch damit nicht genug. Mit einem amerikanischen Partner baute er das Unternehmen „Konu“ auf, mit dem er weltweit im Bereich Training und Coaching unterwegs ist. Dort trainiert er Führungskräfte und bringt ihnen bei, „Veränderungen durchzuführen und mit ihnen umzugehen, aber auch Teams zu inspirieren“. Zu seinen Kunden zählen unter anderem zwei Dax-Unternehmen.

„In meiner Tätigkeit nach dem Studium habe ich viel Freude am Gestaltungsspielraum entwickelt. In den klassischen Lehrerberuf möchte ich daher nicht mehr zurück, aber die Pädagogik hat mir trotzdem gefehlt. In meinem jetzigen Job führe ich beides zusammen“, schwärmt er. Der Preis für sein aufregendes Berufsleben ist allerdings, wenig private Zeit zu haben. Mit seinem amerikanischen Lebenspartner führt Köhler, der seinen Wohnsitz in Berlin hat, eine Fernbeziehung.

„Es ist kein Problem, etwas auszuprobieren“

An seine Studienzeit erinnert er sich gerne zurück. „An Marburg mag ich die Beschaulichkeit und dass es gleichzeitig ein ganz diverser Ort ist“, so Köhler. „Verschiedene Kulturen und verschiedene Menschen – das ist auch in Organisationen ein aktuelles und wichtiges Thema – durch die vielen Einwanderer wird auch Deutschland immer bunter und diverser“.

Im Studium lerne man „in erster Linie den Zugang zur Welt. Es ist kein Problem, danach etwas auszuprobieren“, rät er den heutigen Studenten. Wichtig sei „der Wille zur Weiterentwicklung“ und der erste Job sei „noch keine Entscheidung für die gesamte Laufbahn“. Wenn man im beruflichen Leben etwas erreichen wolle, komme es vor allem darauf an, „keine Scheuklappen zu haben und offen für Neues zu sein“.

von Peter Gassner

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