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Zimmersuche in Zeiten des Internets

wgfinden.de Zimmersuche in Zeiten des Internets

WG-Portale im Internet wie wgfinden.de, wohngemeinschaft.de oder studenten.wg.de versprechen, die Suche zur perfekten WG zu erleichtern. Doch tun sie das wirklich?

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Wer nicht auf solche „verlockenden“ Angebote eingehen möchte, der kann sein Glück auf den verschiedenen WG-Such-Portalen versuchen.

Quelle: Jens Märker/pixelio.de

Marburg. Jedes Jahr die gleiche Prozedur. Wenn der Start des Wintersemesters vor der Tür und steht die letzten Immatrikulationsbescheinigungen verschickt sind, heißt es Wohnungssuche, Zimmersuche, WG-Suche. Das bedeutet puren Stress, besonders für Studenten, die nicht pendeln können und weit mehr als 100 Kilometer von zu Hause wegziehen. Vor allem bei Wohnungsknappheit wie in Marburg sind Massencastings die Folge, wenn man nicht den kostspieligen Weg über einen Makler wählt.

Die beiden Gründer des Portals „wgfinden.de“, Psychologiestudent Benjamin Pause, 26, und Soziologiestudent Blasius Posset, 27, sammelten selbst über mehrere Semester WG-Erfahrung und wollen mit ihrem Portal die leidige Suche vereinfachen. „Wir hatten die Idee privat, einen Test dazu zu entwickeln. Die Plattform war erst nicht geplant“, so Benjamin Pause. Die Idee hinter dem Test mit dem Namen „wgtest“ ist, herauszufinden, wie man die WG-Suche vereinfachen könnte. Der Test soll mithilfe von objektiven Aspekten wie der Einstellung zum Thema Sauberkeit bei der differenzierteren Suche helfen.

Doch was ist an „wgfinden.de“anders als bei Portalen wie „wg-liste.de“, „studenten-wg.de“ oder „wohngemeinschaft.de“?

Jede Plattform bietet WG-Gesuche an, die man über eine Such-Maske finden kann. Meistens reicht es, wenn man Angaben zu Wohnort und Wohnform, Größe und Preis macht.

n Die Plattform „wg-liste.de“ bietet zudem Informationen zum Leben in einer WG an und fragt nach, ob der Suchende findet, dass Regeln sinnvoll seien. Die WG-Angebote sind jedoch mit der Seite von „immobilo.de“ verlinkt und bleiben somit nicht bei der eigentlichen Plattform.

n Über „studenten-wg.de“ erhält man nach Eingabe der Wohnwünsche viele Angebote und kann sich direkt beim Anbieter des Gebotes melden. Deren Such-Maske ist weniger ausgeprägt und beinhaltet nur Wohnort und Wohnform und rutscht durch viele weitere Informationen, Bildern oder Videos der Seite in den Hintergrund.

n Angebote zu Wohnungen findet man erst nach vielen „Klicks“ auch auf der Seite von „wohngemeinschaft.de“. Dort nimmt man das Motto „Klick dich rein“ offenbar wörtlich: Erst nach mehreren Such-Masken werden endlich WG-Angebote vorgeschlagen. Auf dem Weg dorthin verliert der Suchende mehr als einmal fast die Orientierung.

Bei jedem dieser Portale wird nicht auf individuelle Wünsche eingegangen. Als Sucher ist man allein im WG-Dschungel und endet wieder in Massencastings.

n Bei „wgfinden.de“ soll die WG Suche individueller sein. Man gibt zwar genau wie bei den anderen Plattformen seinen Wunschort, Miete und Größe der Wohnung an, allerdings wird die Suche durch den „wgtest“ detaillierter und persönlicher. Zudem ist die Plattform durch die Kategorien „ich suche, ich biete“ und „ich tausche“ übersichtlich aufgebaut. Die Angebote sind nicht mit Maklerseiten verbunden, sondern werden von privaten Usern hochgeladen.

Doch was soll der Sinn hinter dieser individuellen Suche sein? „Es geht um die praktischen Aspekte“, so Benjamin Pause über die Gründe, die beim Zusammenwohnen wichtig sind. Der Suchende soll sich selbst Gedanken darüber machen, was er wirklich will, wer er ist, ob er raucht, einen Putzfimmel hat oder doch eher ein Partykönig ist. Weitere Faktoren wie der Umgang mit Geld oder das WG-Zusammenleben als Zweck- oder „familiärer“ WG spielen genauso eine Rolle. Jeder sollte sich bewusst sein, dass er seine Gewohnheiten nicht plötzlich ändern wird. Erst dann kann der Test passende WGs vorschlagen. „Die perfekte WG kann und soll der `wgtest´ nicht finden. Er hilft nur bei der Suche. In einer perfekten WG fühlt man sich wohl“, sagt Benjamin Pause.

Andersherum funktioniert das Konzept genauso, die suchende WG soll sich ehrlich präsentieren und kann sich so gezielt mögliche Mitbewohner einladen. Schon vorher ist klar, ob man zusammenpassen könnte.

Letzten Endes entscheidet sich jedoch erst bei einem persönlichen Kennenlernen, ob ein Zusammenwohnen zur Wirklichkeit werden kann. Die WG-Portale können nur die Suche vereinfachen. Ob die Chemie mit den neuen Mitbewohnern stimmt, merkt man wie in jeder anderen Beziehung erst nach mehreren „Dates“ - beziehungsweise dann, wenn man zusammengezogen ist.

von Caroline Döschner

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