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Verlierer und andere Katastrophen

Zeitschrift "Pharos" Verlierer und andere Katastrophen

Im Oktober erschien die erste Ausgabe der studentischen Historiker-Zeitschrift "Pharos". Verlierer der Geschichte stehen im Mittelpunkt der neun Beiträge, die in einer studentischen Übung entstanden.

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Sabine Fees und Boris Queckbörner betreuen gemeinsam mit Matthias Klipsch (nicht im Bild) die studentische Zeitschrift "Pharos".

Quelle: Gabriele Neumann

Marburg .Verlierer der Geschichte kennt man viele. Die Studierenden der Zeitschrift "Pharos" widmeten sich Verlierern, die nicht auf den ersten Blick ins Auge springen. Die Wikinger zum Beispiel. Haben sie vielleicht Amerika entdeckt? Zumindest waren sie deutlich früher dort als Christoph Kolumbus 1492. Aber obwohl Leif Eriksson schon im Jahr 1000 nach Westen aufbrach und wohl auch im heutigen Kanada ankam, gelang es den Wikingern nicht, sich dauerhaft auf dem nordamerikanischen Kontinent als Kolonialmacht zu etablieren. Leider verloren, lautet das Fazit der Autoren Sara Reim, Michaela Keim und Johanna Pöppelwiehe. Der Wikinger-Beitrag ist ansprechend geschrieben und verbindet Seminarinhalte mit einer unterhaltsamen, anekdotischen Geschichte zum Einstieg.

Das Ziel der "Pharos"-Macher ist ambitioniert. "Wir wollen keine Hausarbeiten im Kleinen, sondern die Leute sollen anders schreiben lernen, für ein breiteres Publikum", sagt Boris Queckbörner. Der wissenschaftliche Mitarbeiter bei den Historikern der Frühen Neuzeit gehört zu den wissenschaftlichen Betreuern der Zeitschrift. Ein gutes Dutzend Studierender wollte im Wintesemester 2010/11 wissen, wie man eine studentische Zeitschrift erstellt. Und die Übung dazu wurde zum Erfolg. "Pharos - Leuchtturm" heißt das Ergebnis, das die "historischen Randnotizen" aus Queckbörners eigener Studienzeit ab dem Jahr 2005 weiterführt. Inzwischen arbeiten die Studierenden außerhalb ihrer Semesterwochenstunden an der Endredaktion der zweiten Nummer. Die widmet sich dem Oberthema "Katastrophen" und soll im Februar 2012 erscheinen. "Es soll aber nicht prinzipiell immer ein negatives Thema im Mittelpunkt stehen", sagt Sabine Fees lachend. Sie betreut Pharos gemeinsam mit Queckbörner und Matthias Klipsch. Die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter treffen sich etwa einmal im Monat mit den Studierenden, um die Beiträge und Themen zu besprechen. Journalistische Vorerfahrung haben sie in der Regel nicht. Einige der Studierenden hätten früher schon einmal in Schülerzeitungen geschrieben, erzählt Queckbörner.

Auf die erste Ausgabe, die im DIN A4-Format durchgehend vierfarbig in einer Auflage von etwa 250 Exemplaren erschien und kostenlos verteilt wird, gab es schon positive Resonanz. "Es haben sich sogar schon neue Leute gemeldet, die mitmachen wollen", sagt Fees. Wie Queckbörner sieht sie durchaus die Gefahr vieler studentischer Projekte, sich nach einer Studentengeneration mit dem Studienabschluss der Macher in Luft aufzulösen. "Aber wir hoffen, dass es genügend Leute gibt, die weitermachen", sagt Sabine Fees. Bisweilen will "Pharos" noch mehr Studierende als Leser - und interessierte angehende Historiker als Schreiber gewinnen.

von Gabriele Neumann

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