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UNIversum Das pralle Leben Leidenschaft trifft Wissenschaft
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16:05 11.10.2010
Raum ist in der kleinsten Hütte - und auf der schmalsten Bank: Sex an der Uni ist offenbar gar nicht so selten. Quelle: Sebastian Kahnert

Marburg. Fast jeder Fünfte der insgesamt 1.500 Stundenten, die an der Umfrage teilnahmen, gab an, schon einmal Sex an der Uni gehabt zu haben. 70 Prozent könnten sich zumindest vorstellen, das einmal zu tun. Gut, die Umfrage ist nicht repräsentativ, jeder Fünfte ist also wahrscheinlich zu hoch gegriffen. Dennoch: Sex ist ganz offensichtlich kein Tabu in den „Heiligen Hallen" der Universität.

Auch in Marburg nicht? Auf unsere Nachfrage bei den Hausmeistern verschiedener Fachbereiche gab es zunächst nur negative Antworten. „Nein, hier sind ja die Theologen, die sind brav", sagt zum Beispiel Roland Kohl, Hausmeister in der Alten Universität. Auch sein Kollege Norbert Eberling, der die PhilFak betreut, zuckt bedauernd mit den Schultern. „Ich bin hier seit 12 Jahren Hausmeister, und ich dachte auch immer, ich würde abends beim Abschließen mal so etwas bemerken. Ist aber noch nie passiert", erzählt er lachend. In der Unibibliothek dagegen „kommt es schon mal zu Vertraulichkeiten", berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter, der allerdings bei einem so intimen Thema nicht mit Namen genannt werden möchte. Als besonders geeignet für die körperliche Annäherung gelten dort offenbar die Lesekabinen und die Toiletten.

Dort, wo sportlicher Körperkult an der Tagesordnung ist, stießen wir auch auf Zeugen der eher sinnlichen Körpererfahrung: in den Sportstätten der Uni. „Das kommt schon mal vor", berichtet uns einer der Hausmeister am Unistadion. An einen Fall kann er sich besonders gut erinnern: „Da wollte ich abends die Turnhalle abschließen und habe dabei entdeckt, dass ein Paar hinter den Turnmatten zugange war." Er habe selbstverständlich nicht so genau hingeschaut, aber „die hatten beide rote Köpfe, als sie herauskamen", erinnert er sich schmunzelnd.

Und die Studenten selbst? Dass „es" jeder Fünfte schonmal zwischen Bibliothek und Mensa getan haben soll, halten die meisten für zu hoch gegriffen. In unserer Umfrage jedenfalls stießen wir leider nicht auf schockierende Bekenntnisse vor der Kamera:

Wird ein Paar beim Liebesspiel erwischt, dann kann das teuer werden. „Erregung öffentlichen Ärgernisses" heißt der Tatbestand, und er kann mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro bestraft werden. Doch offenbar werden solche „Vorfälle" an der Uni im Allgemeinen nicht allzu tragisch genommen. Das vermutet der Marburger Polizeisprecher Martin Ahlich. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren hier, aber an einen solchen Fall kann ich mich nicht erinnern", sagt er.

von Sabine Nagel-Horn

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