Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Eine Stadt mit vielen weißen Stöcken Tipps zum Umgang mit blinden Menschen

Alltag Tipps zum Umgang mit blinden Menschen

Die Begegnung mit Blinden verursacht vielen Sehenden Unbehagen. Wie spricht man sie an, wie kann man ihnen helfen, wie kommt man gegen die eigene Unsicherheit an?

In Marburg, der „Stadt der Blinden", sind solche Tipps wertvoll für den ganz alltäglichen Umgang mit Menschen, die nichts oder fast nichts sehen. Wir haben uns bei Selbsthilfeorganisationen umgehört und folgendes zusammengetragen:

Ganz wichtig: Hilfe immer erst mündlich anbieten und dann leisten – denn wer wird schon gern ohne Vorwarnung am Arm genommen und über die Straße gezogen, wenn er doch eigentlich nur aufs Taxi wartet?

Zweitens sollte man blinden Menschen Wege am besten so beschreiben, als würde man mit ihnen telefonieren, aus „da“ und „dort“ wird also „links“ und „rechts“.
Es ist übrigens nicht nötig, mit blinden Menschen besonders laut zu sprechen oder gar über eine Begleitperson mit ihnen in Kontakt zu treten – sie sehen zwar nichts, aber ihr Gehör funktioniert zumeist völlig normal. Und um die Wortwahl sollte man sich nicht allzu viele Gedanken machen – auch Blinde sagen: „Schön, Dich zu sehen!“
Tag des weißen Stockes
Seit 41 Jahren findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des Weißen Stockes“ der Vereinten Nationen statt, an dem blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen. Der Gedenktag geht auf US-Präsident Lyndon B. Johnson zurück, der fünf Jahre zuvor, am 15. Oktober 1964, in einem symbolischen Akt weiße Langstöcke an blinde Menschen übergeben hatte. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens.
Nach deutschem Recht ist ein Mensch blind, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als 2 % von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Wenn man weniger als 5 % sieht, gilt man als hochgradig sehbehindert. Auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf den weißen Stock angewiesen.

Mehr zum Artikel
Marburg

Wer neu in Marburg ist, dem fällt bald auf: Hier gibt es außergewöhnlich viele Blinde. Der Grund dafür ist die Blindenstudienanstalt, kurz „Blista".

mehr
Instagram