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Das Geld ist der Knackpunkt

Einkaufsentscheidung Das Geld ist der Knackpunkt

Es ist ein provozierendes Plakat, das beim 27. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerkes (DSW) zum Thema „Was isst Du?“ von drei Augsburger Design-Studenten eingereicht wurde. Was steckt dahinter?

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Motiv „Hipster“ mit dem sich die drei ehemaligen Design-Studierenden Sarah Pannasch, Katharina Schneider und Yannick zur Strassen von der Hochschule Augsburg 2012/2013 beim 27. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerkes zum Thema „Was isst Du?“ beworben haben.

Quelle: Deutsches Studentenwerk

Marburg. Auf dem Plakat ist eine junge Frau zu sehen (siehe rechtes Bild). Pfeile zeigen an, wie viel Geld sie für welches Kleidungsstück ausgegeben hat: 34,95 Euro für die North-Face-Mütze auf ihrem Kopf, 240 Euro für die Ray-Ban-Brille auf ihrer Nase, 62 Euro für die Adidas-Sneakers an ihren Füßen, 1200 Euro für den Apple-Laptop, den sie in ihrem linken Arm hält. Im rechten Arm hält sie ein leeres Tablett. „Gutes Essen unbezahlbar?“ steht daran.

Ist das so? Sind Studenten nicht bereit, Geld in „gutes Essen“ zu investieren? „Wenn wir Bio-Geflügel oder Bio-Rindfleisch anbieten, sind viele Studenten nicht bereit, die zwei oder drei Euro, die so eine Mahlzeit dann mehr kostet, zu bezahlen“, beobachtet der Geschäftsführer des Marburger Studentenwerks, Dr. Uwe Grebe. Damit die Mahlzeiten nicht zu teuer werden, bietet die Marburger Mensa deshalb sogenannte „Mischprodukte“ an. „Das heißt, dass in den Mahlzeiten viele Bestandteile aus der Region enthalten sind“, erklärt Grebe.

Klamotten statt teures Essen

Um die Studenten darauf hinzuweisen, woher das angebotene Essen stammt, fanden vor gut einer Woche zu dem Thema „Regional, einfach gut!“ Aktionstage in der Mensa statt. An Infoständen und bei Mitmach-Aktionen hatten die Gäste die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit dem Mensa-Team und den Zulieferern zu treten, zu fragen und zu diskutieren und natürlich auch Leckeres aus der Region zu probieren.

„Die Aktion wurde positiv angenommen“, resümiert Studentenwerk-Sprecherin Franziska Busch. Sie sei jedoch überrascht, dass es kaum zu Diskussionen gekommen sei und auch wenig kritische Fragen vonseiten der Studenten gestellt wurden. „Dabei wird häufig an uns herangetragen, dass wir mehr regionale Produkte anbieten sollen und dass die Studenten mehr Transparenz wollen“, wundert sie sie sich.

Ist das nun einem generellen Desinteresse oder dem schmalen Geldbeutel geschuldet? Wie entscheiden sich Studenten in der Mensa und beim Einkaufen? „Das kommt ganz darauf an, wie viel Geld und Zeit man zur Verfügung hat“, sagt André Morgenstern, Student der Wirtschaftswissenschaften. „Mir ist es schon wichtig, mich gesund zu ernähren. Aber ich habe weder die Zeit, mir selbst mein Mittagessen zuzubereiten, noch das Geld, um ständig faire und Bio-Produkte einzukaufen.“

Ähnlich geht es auch dem Jura-Student Alexander Benz (24). Er ist „auf dem Dorf aufgewachsen“ und legt prinzipiell viel Wert auf regionale Produkte. Um diese nun als Student einzukaufen, fehle ihm aber schlicht und einfach häufig das Geld. „Das finanzielle Problem ist der Knackpunkt bei uns Studenten“, sagt Pharmazie-Studentin Lisa. Obwohl man auch für wenig Geld gut einkaufen könne.

Dass Studenten mehr Geld für Kleidung, als für regionale und Bio-Produkte ausgeben, kann sie nachvollziehen. Und auch André sagt: „Wenn ich mal Geld über habe, investiere ich es natürlich auch gern mal in neue Klamotten statt in teure Essensprodukte. Ist doch klar.“

von Ruth Korte

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