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Brexit bedroht Studenten-Austausch

Universität Brexit bedroht Studenten-Austausch

Reisefreiheit in Europa ist für die meisten Studenten heute eine Selbstverständlichkeit. Mit dem „Brexit“ steht sie aber plötzlich zur Diskussion. Betroffen sein könnte auch das Austauschprogramm Erasmus.

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Müssen britische Studierende der Uni Marburg bald den Rücken zukehren?

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Für die meisten Deutschen ist Englisch die erste Fremdsprache. Sie wird wie selbstverständlich auch dann verwendet, wenn man auf Menschen aus anderen Nationen trifft. Kaum verwunderlich ist es da, dass das Vereinigte Königreich ein sehr beliebtes Ziel deutscher Studierender für ein Auslandssemester ist. „Großbritannien ist eines der favorisierten Länder“, bestätigt Christina Bohle vom International Office der Philipps-Universität. 46 Marburger Studenten sind im Hochschuljahr 2015/16 für den Austausch über das Erasmus-Programm auf die britischen Inseln gegangen, im Gegenzug kamen 16 Studenten nach Marburg. Die Philipps-Universität unterhält insgesamt 13 Partnerschaften mit Hochschulen in England, Schottland und Wales. Besonders hervorzuheben sind darunter laut Bohle die University of Nottingham und die University of Kent in Canterbury als „strategische Partner“. Mit der University of Cumbria in Carlisle gebe es sogar einen gemeinsamen Masterstudiengang.

Durch das Brexit-Votum des britischen Volkes steht die Kooperation mit den britischen Universitäten nun jedoch plötzlich auf der Kippe, denn bei Erasmus handelt es sich um ein Programm der Europäischen Union. Bei einem Austritt der Briten stünden „umfangreiche Verhandlungen über die Konditionen für die Einbeziehung des Vereinigten Königreichs in europäische Förder- und Austauschprogramme an“, sagte Horst Hippler, Präsident der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Deutschen Presse-Agentur. Ob der Austausch in der jetzigen Form weitergeführt werden kann, ist also völlig offen.

Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) äußerte sich betroffen. Seine Präsidentin Margret Wintermantel sagte: „Das britische Votum gegen die Mitgliedschaft in der EU wird erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität von Studierenden sowie Wissenschaftlern haben.“ Offen sei auch, wie es für die EU-Forschungsförderung für britische Wissenschaftler weitergeht, sagte Wintermantel.

„Aktuell werden alle Kooperationen weiterlaufen wie bisher, die laufenden Verträge im Rahmen von Erasmus+ behalten ihre Gültigkeit. Wie die Kooperationen nach dem Programmjahr 2016/17 weiterlaufen, ist noch nicht klar abzusehen. Rechtlich muss die weitere Entwicklung abgewartet werden“, formuliert es Bohle.

Optimistisch stimmten sie die Rückmeldungen von den Partneruniversitäten. „Unsere Partner haben uns versichert, dass unsere guten Beziehungen erhalten bleiben sollen und unsere Studierenden auch weiter herzlich willkommen sind“, erklärt sie. Im Sinne der Studenten wünscht sie sich, dass die Rahmenbedingungen dafür weiter erhalten bleiben. Sollte es nämlich zu einem Ende der Erasmus-Beziehungen mit Großbritannien kommen, „wäre das ein großer Verlust“, sagt Bohle.

von Peter Gassner

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