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Von Blumen bis zu ganz großen Bäumen

Uni-Gärtner Von Blumen bis zu ganz großen Bäumen

Der Alte Botanische Garten braucht viel Pflege. Aber das Kleinod in der Innenstadt ist nur eine von mehr als 80 Liegenschaften, die die Gärtner des Außenbereichs der Uni pflegen.

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Klaus Riess ist als einer von 13 Gärtnern für den Außenbereich der Philipps-Universität zuständig.

Quelle: Gabriele Neumann

Vielfältig ist das richtige Wort für die Arbeit von Klaus Riess. Der 56-Jährige ist einer von 13 Gärtnern, die den sogenannten Außenbereich der Philipps-Universität pflegen, also alles außerhalb des großen Botanischen Gartens auf den Lahnbergen. Insgesamt 60 Hektar Fläche sind das – verteilt auf mehr als 80 Orte in der ganzen Stadt.

„Man ist immer draußen in der Natur und trotzdem in der Stadt“, beschreibt Riess einen der Reize seines Berufs. Und das das ganze Jahr über. Denn im Winter, wenn draußen weniger zu tun ist, übernehmen die Uni-Gärtner gemeinsam mit den Hausmeistern den Winterdienst für die Außenflächen der Universität.

Und Winterdienst war im Rekordwinter 2010/2011 bisher oft und viel gefragt. Jetzt ist der Schnee weg, und die Gärtner können schon mit Arbeiten beginnen, die sonst erst im März möglich sind, zum Beispiel Flächen von Nadel- und Laubresten befreien. Momentan werden vor allem Bäume und Sträucher geschnitten. Zu schneiden gibt es einiges: Rund 1.800 Bäume gehören zum Verantwortungsbereich von Heinz Diehl. Der Leiter der Uni-Gärtnerei für den Außenbereich muss organisieren, dass all diese Bäume zweimal im Jahr überprüft werden – auch aus verkehrsrechtlichen Gründen.

Denn etwa im Alten Botanischen Garten ist viel Publikumsverkehr – und da muss sichergestellt sein, dass niemandem ein loser Ast auf den Kopf fällt, wenn er am Teich lustwandelt. Der Publikumsmagnet im Alten Garten wird von den Gärtnern durchaus mit gemischten Gefühlen gesehen.

Weil die vielen Enten regelmäßig von Passanten gefüttert werden, gibt es im Teich ebenso regelmäßig Überbevölkerung – und damit Überdüngung. Im Spätsommer kann man schon fast die Uhr danach stellen, wann der Teich umkippt. Bei aller naturkundlichen Aufklärung: Gegen die Abstimmung mit kleinen und großen Füßen am Teichrand sind die Gärtner machtlos.

Der etwa drei Hektar große Alte Botanische Garten zählt zu Riess‘ Lieblingsflächen. Aber auch das Gelände ums Landgrafenschloss und viele kleine Flächen in der Innenstadt sorgen für Abwechslung im Arbeitsleben. So richtig geht die Außensaison wieder im April los. Denn wenn viel wächst, muss viel gepflanzt und gemäht werden. Aber auch wenn es für ihn sehr viel Arbeit bedeutet, blickt Klaus Riess dem Frühjahr mit viel Freude entgegen: „April und Mai ist die schönste Zeit bei der Arbeit, da fängt alles wieder an zu blühen“, sagt er.

Damit es in den Beeten im Botanischen Garten in der Innenstadt schön blüht, stellt Riess schon ab Ende März die Blumen zusammen, die im Mai gepflanzt werden. Gezogen werden die Pflänzchen im Neuen Botanischen Garten. Dort arbeiten insgesamt etwa 40 Gärtner, einige davon mit Schwerpunkt Blumen und Zierpflanzen in Gewächshäusern.

Nach 30 Jahren Berufserfahrung bringt Riess nichts mehr so schnell aus der Fassung, auch extremes Wetter nicht. Wenn ein Sommer besonders trocken ist und viel mehr gegossen werden muss als sonst, „dann muss man auch weniger mähen, das gleicht sich alles aus“, weiß Riess aus Erfahrung.

Seinen privaten Ziergarten bearbeitet Riess übrigens nach streng wirtschaftlichen Gesichtspunkten: „Es muss schön aussehen, aber darf nicht zu viel Arbeit sein“, erklärt er schmunzelnd. Schließlich braucht er die Gartenarbeit nicht als Freizeitausgleich.

von Gabriele Neumann

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