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Sprungbrett Marburg

Auf den Spuren von Klafki und Luther

Susanne Lin-Klitzing hatte immer den Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Heute ist die examinierte Lehrerin Professorin und Dekanin am Institut für Schulpädagogik in Marburg.
Susanne Lin-Klitzing ist Professorin und Dekanin am Institut für Schulpädagogik in Marburg.

Susanne Lin-Klitzing ist Professorin und Dekanin am Institut für Schulpädagogik in Marburg.

© Privatfoto

Marburg. So hatte sie sich das eigentlich nicht vorgestellt. Als Lin-Klitzing (Privatfoto) 1982 ihr Lehramtsstudium in Marburg begann, hatte sie nur eins vor: „Ich wollte eine gute Lehrerin werden.“ Das Studium war für die gebürtige Bremerhavenerin eine prägende Zeit, nicht nur weil in den 1980ern politisch viel los war. Lin-Klitzing erinnert sich noch genau daran, wie im Zuge des umstrittenen Nato-Rüstungsbeschlusses Demonstrationszüge vor ihrem WG-Zimmer in der Elisabethstraße entlang zogen. „Schon damals war das politische Klientel in Marburg sehr präsent.“ Auch die Nuklearkatastrophe in dem ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl 1986 machte sich in Marburg bemerkbar. „Überall waren diese Nuklear-Zeichen angebracht und wir durften nicht draußen essen.“

Geprägt wurde sie auch sehr stark durch ihren Professor und späteren Doktorvater Wolfgang Klafki. „Er hat jedes Thesenpapier auf Rechtschreibung korrigiert“, erinnert sich Lin-Klitzing und fügt einen Moment später lachend hinzu: „Das mache ich heute auch so.“

1988 verlässt die frisch examinierte Lehrerin Marburg und studiert zunächst Psychologie in Tübingen, bevor sie ihr Referendariat für das Lehramt an Gymnasien am Studienseminar Stuttgart beginnt.

„Was die können, das kann ich auch“

Nach ihrem zweiten Staatsexamen arbeitet sie als Lehrerin und Studienrätin an verschiedenen Gymnasien in Baden-Württemberg. Marburg bleibt immer präsent. Zwischendurch, 1997, schließt sie ihre Promotion am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Marburg ab. „Obwohl ich Lehrerin war, hatte ich immer den Wunsch, mich weiterzuentwickeln“, sagt Lin-Klitzing. Im Austausch mit Hochschullehrern dachte sie stets: „Was die können, das kann ich auch.“ Also beginnt sie in Stuttgart zu habilitieren.

2008 lehnt sie einen Ruf nach Heidelberg ab und entscheidet sich stattdessen für Marburg, wo sie seit 2010 Universitätsprofessorin für die „Pädagogik der Sekundarstufen“ (W3) am Institut für Schulpädagogik lehrt und Dekanin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften ist.

Sie sei stolz in einer Stadt arbeiten zu dürfen, „wo schon Luther seine Religionsgespräche geführt hat und wo Klafki gelehrt hat“. Von ihrem Büro im Institut für Schulpädagogik aus kann sie genau auf das Haus am Fuße der Augustenruhe sehen, in dem sie schon als Studentin gewohnt hat.

von Ruth Korte


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