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UNIversum Als die Studenten noch Schildkrötensuppe aßen
UNIversum Als die Studenten noch Schildkrötensuppe aßen
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20:06 16.10.2016
Heute undenkbar: Darf’s noch ein wenig Schildkrötensuppe sein? Quelle: Ruth Korte
Marburg

Es sieht nobler aus, das alte Mensa-Geschirr, das sich in dem großen, weißen Geschirrschrank in der Mensa versteckt. Teller, Tassen, Kännchen und Terrinen sind mit dem alten Wahrzeichen, der Alten Universität, verziert und erinnern an die Anfänge der zentralen Mensa am Erlenring, die um 1960 in der Biegenstraße errichtet wurde.

Nur die Suppentassen sind mit possierlichen Schildkröten verziert. „Darin haben wir früher Schildkrötensuppe serviert“, berichtet Küchenchef Franz-­Josef Barthel – beinahe  so, als wäre es etwas Selbstverständliches. Das war es bis zur Mitte der 1980er Jahre tatsächlich auch. Doch dann wurde die „Königin der Suppen“, die in Konservendosen als Feinkost angeboten wurde und unter den Marburger Studenten durchaus beliebt war, vom Markt genommen – nicht zuletzt wegen Protesten von Tierschützern.

Besonders häufig hervorgeholt wurde das noble Geschirr übrigens bei besonderen Anlässen, zum Beispiel in der sogenannten „Teppichmensa“.

Früher wurde in der Mensa „deftiger“ gekocht

„Früher war es üblich, dass die Hoheiten der Universität gemeinsam in einem separaten, etwas schickeren Raum gespeist haben“, erklärt Franziska Busch, Pressesprecherin des Marburger Studentenwerks. Dies war früher der kleine Speisesaal, in dem der Boden nicht, wie heute, mit einer Kunststoffschicht, sondern mit Teppich überzogen war.

Generell wurde früher in der Mensa „deftiger“ als heute gekocht. „Es gab weniger Geflügel, sondern fast nur Schweinefleisch, viele Innereien, Leber, Herz, Rinderzunge – eben alles, was so ein Tier hergibt“, weiß Barthel. Damals war der Mensa eine eigene Metzgerei angegliedert, in der Fleisch und Wurst für den Verkauf vorbereitet wurde.

  • Inwieweit sich das Essverhalten der Studenten in den vergangenen Jahren gewandelt hat, lesen Sie in den nächsten Tagen in Ihrer OP.

von Ruth Korte