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Schwabendorfer bekommt eine der begehrtesten Hauptrollen des Jahres
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16:53 05.07.2013
Marburg

Philipp Lind kann es eigentlich noch gar nicht richtig fassen. Wie hunderte andere Schauspieler hatte er sich für eine Rolle in der Theater-Großproduktion „Gefährten“ (im Original: War Horse) beworben, ein Drama, das durch Steven Spielbergs gleichnamigen Spielfilm aus dem Jahr 2011 weltbekannt wurde. Nach der Ausschreibung im Sommer vergangenen Jahres hat er Vita und Foto an die Produzenten des Unterhaltungsriesen Stage Entertainment geschickt.

Im Herbst 2012 fuhr er zum ersten Casting nach Berlin: „Ich wollte das einfach mal ausprobieren, mal sehen, wie ich mich schlage.“ Als er zur zweiten Runde nach Hamburg eingeladen wurde, ahnte er: „Es geht um die Hauptrolle.“ Zwei Schauspieler blieben übrig: Im Frühsommer ging es nach London, diesmal ging es um die Erstbesetzung.

Philipp Lind, 24 Jahre alt, aufgewachsen in Schwabendorf, bekam den Zuschlag. Er spielt an der Seite des TV-Stars Heinz Hoenig die Hauptrolle in dem Stück, das seit der Uraufführung im Oktober 2007 in London die Menschen begeistert und seit 2009 im Ensuite-Betrieb vor ständig ausverkauftem Haus gespielt wird. Der Siegeszug von „War Horse“ ging weiter: Es folgten der Broadway (2011) und sechs Tony Awards, Toronto und Melbourne (2012). Auch Spielberg hat die Geschichte für seinen Film im Theater entdeckt.

„Gefährten“ ist die deutsche Fassung des Stückes nach dem Bestseller „War Horse“ von Michael Morpurgo. Das Stück erzählt die Geschichte des Jungen Albert und seines Pferdes Joey, das im Ersten Weltkrieg für die Kavallerie requiriert wird. Albert folgt seinem besten Freund in den Krieg.

„Gefährten“ wird mit großem Aufwand von Stage Entertainment im eigens umgebauten Theater des Westens produziert: 30 Darsteller, neun Puppenspieler, die drei Pferde bewegen, die von der berühmten Handspring Puppet Company hergestellt werden, 500 Kostüme und aufwändige Kulissen sollen das erste Sprechstück des Unterhaltungsriesen zum Publikumserfolg werden lassen. Weil sieben mal die Woche gespielt wird, gibt es eine komplette Zwei-Besetzung.

Stage Entertainment mit Sitz in Amsterdam und Hamburg ist einer der größten Theaterproduzenten in Europa. Das Unternehmen ist vor allem für seine Musicals und Shows bekannt: Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“, „Sister Act“, „König der Löwen“, „Rocky - Das Musical“ sind nur einige von vielen Publikumserfolgen des Unternehmens, das allein in Deutschland pro Jahr geschätzte 300 Millionen Euro umsetzt.

„Für mich ist das eine Riesenchance“, sagt Philipp Lind. Schon in der Grundschule habe er Theater spielen wollen, manifestiert habe sich das Ziel im Jugendclub des Hessischen Landestheaters.

Ein Stipendium des Deutschen Bühnenvereins ermöglichte ihm ein Studium an der renommierten Bayerischen Theaterakademie August Everding. Nach Stationen am Theater Heilbronn, an der Münchner Schauberg und Gastspielen in Shanghai steht er nun in der Bundeshauptstadt vor einem Karrieresprung.

von Uwe Badouin

Einer von hier

Name:

Philipp Lind

Geboren:

18. August 1988 in Marburg.

Schule:

Philippinum, Abitur an der Käthe-Kollwitz-Schule im Jahr 2007.

Was macht er jetzt?

Er ist frisch nach Berlin gezogen, wo er sich auf seine Hauptrolle in „Gefährten vorbereitet. Für Hobbys hat er keine Zeit.

Kommt er noch vorbei?

Ab und zu – je nachdem wie es sein Beruf als Schauspieler zulässt. Er besucht seine Eltern und seinen Onkel Hannes Kleinhenz.

O-Ton:

„Neuen Erfahrungen gehe ich nicht aus dem Weg.“

Er ist im Allgäu aufgewachsen, lebt in Berlin und ist im Herzen trotzdem ein Marburger geblieben. Der Schauspieler Rhon Diels spricht über Freundschaft, französisches Essen und das Gefühl, fremd zu sein.

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