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Segelflug-Weltmeisterschaft in Polen

„Thermik ist unser Antriebsmotor“

Im westpolnischen Leszno beginnen am Sonntag die 33. Segelflugweltmeisterschaften. Mit in die Luft geht der Kirchhainer Werner Meuser, der es inzwischen auf zehn Teilnahmen und zwei Weltmeistertitel gebracht hat.
Der Kirchhainer Werner Meuser neben seiner Ventus 2 CXA, mit der er bei der Weltmeisterschaft in Polen in der 18-Meter-Klasse startet.

Der Kirchhainer Werner Meuser neben seiner Ventus 2 CXA, mit der er bei der Weltmeisterschaft in Polen in der 18-Meter-Klasse startet.

© Privatfoto

Leszno. Werner Meuser gehört seit vielen Jahren zu den Arrivierten seines Sports. Die zwei Weltmeistertitel aus den Jahren 1997 und 2001 sprechen für sich. Aber auch in den übrigen Wettbewerben landete er bis auf eine Ausnahme immer unter den besten acht Startern. Längst hält sich der 62-Jährige mit seiner Ehefrau Kerstin und seinem Fliegerkollegen Jan Weiß aus Herborn, die ihm in Polen wertvollen Helfer sind, im Wettbewerbsgebiet auf. Das Training vor Ort ist wichtig, um die lokalen Gegebenheiten zu studieren und diese in der Karte zu markieren. Insbesondere geht es um das Studium und die Beschaffenheit der Thermik. „Die ist unser Antriebsmotor“, sagt Meuser.

Er fliegt in der 18-Meter-Klasse mit der modifizierten Version einer Ventus 2CXA. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Klassifizierungen für den Wettkampf: die offene Klasse mit Spannweiten bis 28 Meter und die 15-Meter-Klasse. Der Pilot weiß in der Regel vorher, wo er mit einer passablen Thermik rechnen kann, die sein Flugzeug nach oben steigen lässt. Das seinige hat eine Gleitleistung im Verhältnis 1:50. Das bedeutet, er schafft in ruhiger Luft aus 1000 Metern Höhe eine Strecke von 50 Kilometern, wobei er während des Fluges stets darauf achten muss, neuen Aufwind zu nehmen.

Drei offizielle Trainingstage

Am Montag war es im WM-Gebiet noch bewölkt, aber die Prognosen verheißen für die nächsten Tage gutes Wetter. Offiziell gibt es drei Trainingstage. An mindestens einem muss geflogen werden, weil der Ausrichter sein Systeme checken muss. Im Wettkampf selbst werden festgelegte Dreiecke geflogen. Vorgegebene Wendepunkte sind zu umrunden. Wer am schnellsten am Starplatz zurück ist, hat die Tageswertung gewonnen. Maximal sind 12 Flüge möglich, die tatsächliche Anzahl ist abhängig von den Witterungsbedingungen.

Der Routinier Meuser hat es mit seiner Passion eine Zeit langsamer angehen lassen. Ein wenig war ihm der Spaß an der Fliegerei abhanden gekommen. Inzwischen startet er seit 2011 für den LSV Homberg/Ohm. „Seit ich von Marburg dorthin gewechselt bin, hat sich bei mir die Lust an der Fliegerei wieder eingestellt und damit auch der sportliche Erfolg“, betont er. Die Qualifikation für die WM-Teilnahme ist ihm gelungen in der „härtesten Vorauswahl der Welt“ im eigenen Land, nämlich bei den deutschen Meisterschaften. Er holte den Vizetitel hinter Robert Schröder aus Bad Wörrishofen. Beide starten nun ab Sonntag bis zum 8. August für Deutschland in der 18-Meter-Klasse.

Die OP steht mit Werner Meuser in Verbindung und wird über den Ausgang der jeweiligen Flüge und sein Abschneiden berichten.

von Bodo Ganswindt


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