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Fußball-Gruppenliga

Preuß: "Bauerbach ist eine reizvolle Aufgabe"

Harry Preuß ist wieder im Trainergeschäft. Der 46-Jährige hat beim SV Bauerbach eine neue Herausforderung gefunden.
Harald Preuß ist zurück. Nach einer Auszeit von einem halben Jahr trainiert der Ex-Profi seit der vergangenen Woche den SV Bauerbach. Foto: Thorsten Richter

Harald Preuß ist zurück. Nach einer Auszeit von einem halben Jahr trainiert der Ex-Profi seit der vergangenen Woche den SV Bauerbach.

© Thorsten Richter

Bauerbach. OP: Was hat Sie dazu bewogen, beim SV Bauerbach zu unterschreiben?
Harry Preuß: Es war nicht absehbar, dass Sascha (Nahrgang, Anm. d. Red.) aus welchen Gründen auch immer sein Amt zur Verfügung stellt. An dem Sonntag habe ich einen Anruf aus Bauerbach bekommen, am Montag haben wir uns zu Gesprächen getroffen. Das ging alles sehr schnell. Ich hatte vorher ein halbes Jahr Pause. Die habe ich genutzt, um zu regenerieren. Direkt nach der aktiven Laufbahn habe ich ununterbrochen als Trainer gearbeitet und hatte nie eine Auszeit. Das geht irgendwann an die Substanz. Ich habe als Trainer neue Motivation und neuen Ehrgeiz entwickelt. Bauerbach ist mit dem Umfeld und der Mannschaft eine reizvolle Aufgabe für jeden Trainer. Ich hatte das Gefühl, dass es ganz gut passt.

OP: Welche Zielsetzung hat Ihnen der Vorstand mit auf den Weg gegeben?
Preuß: Ich bin mitten in der Saison eingestiegen und konnte keinen Einfluss nehmen auf die Kaderzusammenstellung. Ich werde mir keine Zielsetzung ans Bein nageln lassen. Es geht erst einmal darum, den Abstand zu den in der Tabelle rot markierten Plätzen zu vergrößern, um uns Luft zum Atmen zu verschaffen. Wie weit es gehen kann, liegt an verschiedenen Komponenten. Zum Beispiel, ob und wann verletzte Spieler zurückkommen.

OP: Im ersten Spiel als Trainer des SV Bauerbach gab es ein 2:2 in Homberg/Ober-Ofleiden. Wie zufrieden waren Sie?
Preuß: Es war das erwartet schwere Spiel auf dem kleinen Platz in Homberg. Grundsätzlich bin ich mit dem Auftreten meiner Mannschaft zufrieden. Wir haben 80 Prozent Spielanteile gehabt, haben aber nur wenige Chancen kreiert. Da gilt es den Hebel anzusetzen. Die Jungs haben sich aber richtig reingehauen, spielerisch war das schon recht gut. Das Ergebnis hat dem Spielverlauf nicht entsprochen.

OP: Mit dem VfB Wetter in der Verbandsliga und dem FC Ederbergland in der Hessenliga hatten Sie zwei Außenseiterteams trainiert, die am Ende dann auch abgestiegen sind. Inwiefern ist das mit dem SV Bauerbach anders?
Preuß: Beim VfB sind wir erst über die Relegation aufgestiegen und haben ein paar Wochen länger gespielt als die anderen. Viele Personalien haben sich deshalb erst kurzfristig entschieden und auch zerschlagen. Wir haben alles mit jungen Leuten gestemmt und gesagt: Wenn wir absteigen, ist es nicht schlimm. Hinten raus war der Abstieg bitter, denn wir waren 13. der Rückrundentabelle. Bei Ederbergland war die Mannschaft nur deshalb in der Hessenliga geblieben, weil drei, vier andere Mannschaften das finanziell nicht stemmen konnten. Neuzugänge gab es nicht, zudem hatte wir vier Spieler mit Kreuzbandrissen in wenigen Wochen. Es war schwer, mit den Mitteln, die zur Verfügung standen, die Erwartungshaltung Klassenerhalt zu erfüllen. In Bauerbach hatte ich in den Gesprächen den Eindruck, dass ich gewünscht bin und nicht als Lückenfüller oder Übergangslösung gedacht bin. Das hat mich richtig gefreut. Die Mannschaft ist eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Ich muss sagen: Respekt, das sind alles Jungs, die für den Fußball leben.

OP: Im Kader sind einige gestandene Spieler wie Ingo Czyrzewski, Manuel Brehm, die Raishtaj-Brüder, Dennis Lepper oder Mischa Trier, die alle Führungsrollen beanspruchen...
Preuß: Schwierige Charaktere hat man in jedem Verein. Die Wichtigkeit der einzelnen Personen für das Team muss einem bewusst sein. Umgekehrt müssen sich auch der Einzelne bewusst sein, dass er ohne die anderen nichts ist. Das verstehe ich unter Teamspirit. Die Individualisten, die ein Spiel entscheiden können, müssen sich in ihre Rolle einfügen, ohne dass man ihnen die Kreativität nimmt. Die Grundlage ist, dass sie ihre Aufgaben im Team erfüllen. Entweder es halten sich alle daran oder es gibt Konsequenzen. Vielleicht hat es ihnen noch keiner so vermittelt.

Zur Person
Harald Preuß begann seine Profikarriere als Spieler 1991 beim VfB Stuttgart. Im Meisterjahr der Schwaben bestritt der Abwehrspieler aufgrund von Verletzungen jedoch kein Bundesligaspiel. Als er sich auch in der folgenden Saison nicht durchsetzen konnte, wechselte er zum Zweitligisten Waldhof Mannheim. In zwei Spielzeiten im Unterhaus gelang ihm in 27 Spielen ein Treffer. 1995 wechselte er zum Oberligisten VfB Gießen und spielte in der Saison 2004/05 für den VfB Marburg. Danach begann der B-Lizenz-Inhaber seine Trainerkarriere als Spielertrainer beim FSV Braunfels, ehe er nach Stationen beim VfB Wetter und beim FC Ederbergland (bis März 2015) in der Vorwoche das Amt beim SV Bauerbach übernahm.

von Holger Schmidt

[Heike Schmidt]

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