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German Football League

Marburgs Quarterback ist gefordert

Nach dem 7:40 gegen Frankfurt empfangen die Marburg Mercenaries am Sonntag (16 Uhr) das nächste talentierte Team. Allerdings spielen die "Kometen" bisher eine enttäuschende Saison.
Auf ihn könnte es am Sonntag ankommen: Mercenaries-Quarterback Holt Claiborne, hier im Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns.

Auf ihn könnte es am Sonntag ankommen: Mercenaries-Quarterback Holt Claiborne, hier im Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns.

© Michael Hoffsteter

Marburg. Seine Rückkehr als „Rasengeneral“ der „Söldner“ hatte sich Holt Claiborne anders ausgemalt. Der Quarterback, der mehrere Wochen an einer Schulterverletzung laboriert hatte und daher ausgefallen war, zeigte am vergangenen Sonntag bei der 7:40-Heimniederlage gegen das Topteam der Frankfurt Universe eine schwache Partie.

Der US-Import hatte zwar aufgrund des Frankfurter Pass Rush einen schweren Stand und nur selten Zeit, um sich einen seiner Receiver als Anspielstation herauszupicken, doch wenn genug Sekunden da waren, kamen selbst simple Pässe zu ungenau oder sie kamen erst gar nicht. Der Quarterback hatte das Feld nicht gut im Blick.

Ob am Sonntag Silas Nacita, Marburgs etatmäßiger Running Back, wie während Claibornes Abwesenheit in die Rolle des Quarterbacks schlüpfen werde? Head-Coach Dalwig verneint dies, sagt aber auch: „Wir werden sehen, wie sich Holt am Sonntag schlägt und werden in der kommenden Woche gucken, was wir machen.“ Viel einfacher als gegen die Universe wird es für Claiborne gegen die Comets nicht. Auch wenn die Defense der „Kometen“ nicht ganz auf dem Level der Frankfurter ist, rangiert sie dennoch in der Top-Fünf der GFL.

Allgäu ist unter Zugzwang

Vor der Saison nahm das Team aus dem Allgäu ordentlich Geld in die Hand und machte sich Hoffnungen im Titelkampf in der Gruppe Süd. Es ist bei der Hoffnungen geblieben. Die Realität schlug wie ein Komet im Allgäu ein. Unterm Strich steht ein bisher enttäuschender vierter Rang - der letzte Playoff-Platz. Um einen schweren Gegner in der ersten Playoff-Runde zu vermeiden, wollen die Comets die punktgleichen Saarland Hurricanes vom dritten Platz verdrängen.

Dass die Comets unter Siegesdruck stehen, kommt den „Söldnern“ nicht zugute. „Es wäre natürlich schön, wenn sie einige Leute gegen uns schonen. Aber Allgäu muss gewinnen, und ich erwarte sie dementsprechend motiviert und in Bestbesetzung“, meint Dalwig.

Auch aufgrund der 16:49-Hinspielniederlage sieht Dalwig die Kräfteverhältnisse gegen das Team aus Bayern klar verteilt: „Wir werden natürlich alles versuchen. Doch die Chance auf einen Sieg oder ein enges Match ist denkbar gering. Allgäu ist klarer Favorit.“ Aber im Sport muss jedes Spiel erst einmal gespielt werden. Die Favoritenrolle hat noch nie Spiele gewonnen.

Hoffnungen können sich die „Mercs“ aufgrund ihrer Secondary machen, die gegen Frankfurt gut aufspielte. Es war die beste Saisonleistung der Marburger Passverteidigung. Sollten die Defensive Backs das Niveau halten können, ist Allgäu-Quarterback Cedric Townsend gewarnt. „Er versucht manchmal, Pässe zu erzwingen und macht dadurch Fehler. Möglicherweise können wir daraus Kapital schlagen“, meint Dalwig. Ohnehin darf Townsend, der in den bisherigen zwölf Partien rund 54 Prozent seiner Pässe an den Mann gebracht und exakt 199 Yards pro Spiel bewerkstelligt hat, als zähmbar eingestuft werden.

von Benjamin Kaiser


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