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Frauenfußball

Komplettes Team wechselt den Verein

Eine komplette Mannschaft verlässt den einen Verein und schließt sich dem anderen an. Was nur schwer vorstellbar erscheint, wird zur kommenden Saison Wirklichkeit.
Eines der letzten Frauenspiele in Caldern: Elain Feisel (links) wechselt mit allen Mitspielerinnen zum FV Cölbe.

Eines der letzten Frauenspiele in Caldern: Elain Feisel (links) wechselt mit allen Mitspielerinnen zum FV Cölbe.

© Tobias Hirsch

Caldern. Die fußballerische Sommerpause ist immer auch die Zeit für Vereinswechsel. Ein Spieler schließt sich einer neuen Mannschaft an, um die gewünschte Wertschätzung zu erfahren. Ein Verein holt einen Fußballer, um ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Gerade wenn ein Trainer das Team wechselt, kommt es häufiger vor, dass ihm alte Spieler folgen. Dass aber ­eine gesamte Mannschaft mal eben den Verein wechselt, ist selten.

Zur Saison 2016/17 wird dies Realität. Den Fußballerinnen des TSV Caldern reicht es. Sie schließen sich in Zukunft dem FV Cölbe an, der eigens eine Frauenabteilung dafür gründet. Nach rund 30 Jahren wird es keinen Frauenfußball in Caldern mehr geben. „Wir fühlten uns wie das fünfte Rad am Wagen“, sagt Kapitänin Laura Cerny über die Beweggründe der Mannschaft. Unterstützung erhalten die Frauen vor allem vom 1. Vorsitzenden des TSV. „Es ist schade, dass unsere Frauenmannschaft wegbricht“, sagt Dieter Schneider, den alle nur „Kekse“ rufen, „für die Mädchen ist es aber die beste Entscheidung“. Dadurch, dass kaum eine Frau aus Caldern noch in der Mannschaft spiele, habe sich eine Kluft zwischen den Fußballerinnen und dem Verein aufgetan, argumentiert Schneider. „Die Frauenmannschaft hat sich immer mehr abgekapselt vom Gesamtverein“, sagt er. Die Spielerinnen sehen dies mitunter etwas anders. Sie fühlen sich von den Funktionären nicht ausreichend wertgeschätzt. Ihren 1. Vorsitzenden nehmen die Frauen zwar ausdrücklich aus der Kritik heraus, „alle anderen wollten uns aber nicht mehr hier haben“, sagt Trainerin Katharina Dutschke.

Ausstattung selbst bezahlt

Immer wieder hätten sich die Spielerinnen anhören müssen, dass sie den Verein lediglich Geld kosten würden. Dabei bezahlte das Team Trikots, Trainingsanzüge und Bälle in Eigenverantwortung, leistete Dienste bei den Spielen der Männer und säuberte das Vereinsheim. Weil Caldern in der Vergangenheit über nicht ausreichend Schiedsrichter verfügte und die Frauen das spielklassenhöchste Team waren, nahmen sie zudem noch die Punktabzüge auf sich. Dies sei auch der einzige Grund, warum die Männer sie dann doch noch im Verein haben wollten, meinen die Spielerinnen unisono. Schneider sieht dies indes anders. „Es gibt keinen Hintergrund in Form von Streitereien. Es sind allein sportliche Gründe“, sagt der TSV-Vorsitzende. „Es ist der richtige Weg, den sie einschlagen.“

Deshalb will der TSV den Frauen auch keine Steine in den Weg legen. „Wir lösen die Mannschaft auf und die Spielerinnen können ablösefrei nach Cölbe wechseln“, versichert „Kekse“.

Cölbe kommt Frauen entgegen

Für die Frauen soll damit eine neue Zeitrechnung beginnen. Zwar steht die Dutschke-Elf bereits als Absteiger aus der Gruppenliga Gießen/Marburg fest. Die Spielklasse sei allen aber egal, es gehe ihnen in erster Linie um den Spaß, sagt die Trainerin. Den wollen die Fußballerinnen nun beim FV Cölbe zurückgewinnen und fühlen sich durch die Reaktionen der Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Jürgen Prior bestätigt.

„Nach unserer Anfrage waren alle sofort begeistert“, sagt Dutschke, die sich über die schnelle Entscheidung freut. Vonseiten des Vereins habe man den Frauen bereits signalisiert, sie bei der Anschaffung von neuen Trikots und Trainingsanzügen zu unterstützen.

Und auch bei der Mannschaft habe der Vorschlag, den Verein zu wechseln, große Resonanz erfahren. „Es sind alle dabei und jede hat tierisch Bock darauf“, sagt Kapitänin Cerny.

von Tobias Kunz


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