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Fußball, Kreisliga A Marburg

Hatzbach stellt Weichen früh auf Sieg

Souverän, aber nicht furios fuhr der SSV Hatzbach beim 3:1 (3:0) gegen den SV Mardorf den neunten Sieg im zehnten Spiel ein.

Hatzbach. Zu beneiden war Stefan Schick am Samstag nicht. Vor der Partie gegen den souveränen Spitzenreiter war der Mardorfer Spielertrainer vielmehr als Improvisationskünstler gefragt. Der Grund: Gleich acht Spieler fehlten der ersten Garde des SVM – unter anderem auch der verletzte Spielertrainer.

Sein Versuch, die Partie zu Beginn der Woche noch zu verlegen, stieß beim Gegner allerdings auf wenig Gegenliebe, denn: „Das Problem war, dass wir einen Haufen Schichtarbeiter haben, einige davon hatten extra ihre Schicht getauscht. Wenn wir den Termin verlegt hätten, hätte ich später eventuell genau dasselbe Problem gehabt wie Mardorfs Trainer“, begründete Hatzbachs spielender Coach Mike Kleinmann.

Fünf Spieler aus der Zweitvertretung, ein A-Junior (Marvin Werneburg) und ein „Oldie“ (Jochen Dörr) sowie drei Feldspieler der Ersten, die unter der Woche allerdings nicht trainiert hatten, schickte der SVM-Coach schließlich aufs Spielfeld. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Wir wollten hier nicht untergehen. Das ist uns gelungen“, resümierte Schick, dessen mit einem Libero und zwei Viererketten davor agierende Elf jedoch bereits nach 23 Sekunden kalt erwischt wurde.

Per Heber ins lange Eck sorgte Ümit Özkul für die frühe Führung der Gastgeber, die im ersten Durchgang gefühlte 80 Prozent Ballbesitz hatten, den Gegner weit in die eigene Hälfte drängten und das Leder schön laufen ließen. Nach einer Freistoßflanke von Patrick Kraft bediente SSV-Goalgetter Dennie Losekam per Kopf René Schmidt, der am langen Pfosten auf 2:0 erhöhte (10.). „Ich glaube, das war mein erstes Kopfballtor“, verriet Schmidt nach der Partie, in der Losekam per Abstauber (34.) für die Vorentscheidung sorgte – gegen Mardorfer, die vor dem Kabinengang sehr tief standen und nur sehr selten Offensivakzente setzten.

„Mit der ersten Halbzeit können wir zufrieden sein, in der zweiten haben wir – für mich unverständlich – einen Gang zurückgeschaltet“, war Kleinmann nicht in Gänze zufrieden mit seinen Schützlingen, die nach der Pause nicht mehr so zwingend agierten und nicht mehr so gut in die Zweikämpfe kamen. Dafür trauten sich die wacker kämpfenden Gäste nun mehr zu – und sie wurden dafür belohnt.

In Jochen Dörr war es der Routinier, der den Ball um die Freistoßmauer zirkelte und dem Gast so den verdienten Ehrentreffer besorgte (53.). „Wenigstens die zweite Hälfte ging an uns“, scherzte Mardorfs Sprecher und Ersatzkeeper Marius Mengel in der Schlussphase eines in der zweiten Hälfte etwas zerfahrenen Spiels, in dem Schiedsrichter Jens Stadelmann (Antrefftal) bei nasskalten Bedingungen nicht allzu viel zu tun hatte.

SSV-Coach Kleinmann mahnt

Trotz der bisherigen Bilanz mahnte Kleinmann, konzentriert weiterzuarbeiten und Aufstiegsambitionen zurückzustellen: „Wir müssen erst einmal eine saubere Hinrunde spielen und gut in die Rückrunde starten. Machbar ist alles, aber wir sind weit davon entfernt, eine Spitzenmannschaft zu sein. Denn man hat gesehen: Wir sind noch nicht in der Lage, ein Spiel über 90 Minuten zu dominieren.“

Optimistisch, da die personelle Notlage überstanden war, zeigte sich derweil der SVM-Coach: „Ich hoffe, dass nächste Woche wieder vier, fünf Spieler dabei sind. Es sieht zumindest ganz gut aus.“

Tore: 1:0 Ümit Özkul (1.), 2:0 René Schmidt (10.), 3:0 Dennie Losekam (34.), 3:1 Jochen Dörr (53.). SSV Hatzbach: P. Schmidt - Jarkow, M. Kleinmann, van Berkel, Schnell - Kraft, Helm - Arnold (86. Bogac), R. Schmidt, Özkul (46. Viegas) - Losekam. SV Mardorf: Ebinger - Dörr - Lanio, Rosenberg (50. Stephany), Diehl, J.-N. Schick (69. Nau) - Back, Schraub, Kehl, Greb (75. Wilschke) - Werneburg. Schiedsrichter: Stadelmann (Antrefftal). Gelbe Karten: Losekam, Helm / Diehl, Greb, Dörr, Wilschke. Zuschauer: 100. Beste Spieler: Losekam, Kraft, Helm / J.-N. Schick.

von Marcello Di Cicco

[Bodo Ganswindt]

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