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Serie "Die gute Seele des Vereins"

Die erste Maschine läuft um 5.30 Uhr

An sieben Tagen der Woche wäscht Gabriele Ofori schmutzige Wäsche. Die 52-jährige Zeugwartin kümmert sich um die Trikots, Sporthosen und Trainingsbekleidung der Fußballer des VfB Marburg.
Gabriele Ofori hängt Trikots des VfB Marburg am Netz hinter dem Tor auf.

Gabriele Ofori hängt Trikots des VfB Marburg am Netz hinter dem Tor auf.

© Bodo Ganswindt

Marburg. Was in der Waschmittelwerbung einmal die Clementine war, ist bei den Fußballern des VfB Marburg Gabriele Ofori. „Die Gabi“, wie sie von den meisten Vereinskickern genannt wird, ist Herrscherin über vier Waschmaschinen, die in einer Kammer des Funktionsgebäudes des VfB untergebracht sind. Täglich füttert sie die sieben Kilo fassenden Trommeln mit verschwitzten bzw. verdreckten Hosen, Stutzen, Shirts und Handtüchern, auf dass sie nicht nur sauber, sondern auch rein sind. „Morgens gegen 5.30 Uhr setze ich die ersten beiden Maschinen in Betrieb“, sagt sie, „gegen Mittag die nächsten zwei und dann nochmal zwei am Abend vor Beginn des Trainingsbetriebes.“ Das ist das Pensum, was sie siebenmal pro Woche leistet - ehrenamtlich und inzwischen seit 14 Jahren.

Die Gabi tut es gern und steht zum VfB, hat einige Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt. Die Bindung an den VfB ist geblieben. „So lange ich laufen kann und hier gern gesehen bin, stehe ich zur Verfügung“, versichert sie, die ihren Lebensunterhalt als Hausangestellte der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Ortenberg verdient. Sie schätzt vor allem die persönlichen Kontakte zu den Fußballern, die ihr über die Jahre ans Herz gewachsen sind. Und wenn mal einer Abschied nimmt, dann ist sie zuweilen traurig. „Der Weggang von Trainer Peter Starostzik hat mich berührt. Er ist ein angenehmer Mensch.“

Für die Spieler hat sie immer ein offenes Ohr

Auch beim FV Wehrda hat sie eine Rolle als „Mädchen für alles“. Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung kümmert sie sich um die Trikots der Seniorenmannschaften, sortiert die Pässe und sitzt bei Spielen auf der Bank, um bei Verletzungen zu Hilfe zu eilen. Das hat sie früher auch beim VfB Marburg getan.

Wenn sie dort mal nicht die Wäsche reinigt und trocknet, dann steht sie neben dem Platz an der Gisselberger Straße. Der Fußball bestimmt auch ihre Freizeit. „Ich freue mich, immer wieder neue Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Eltern kennenzulernen“, sagt sie. In all den Jahren habe sie mit keinem der Spieler Ärger gehabt. „Ich hatte immer ein offenes Ohr für sie und fühlte mich in meinem Engagement für den Verein durch sie bestätigt.

Der Sohnemann kickt in der Gruppenliga

Inzwischen spielt Perry, einer ihrer beiden Söhne in der Gruppenligamannschaft des VfB. Der 19-Jährige ist seit der F-Jugend im Verein ausgebildet worden.

Klar, dass Mamas Herz höherschlägt, wenn der Sohnemann auf dem Feld kickt. Da kann sie sich nicht immer dezent zurückhalten, sondern schreit schon das ein oder andere Mal aufs Feld, wenn ihr etwas missfällt oder besonders zusagt. „Ich lebe das Spiel quasi mit. Aber wenn die drei Punkte eingefahren sind, ist alles gut.“ Sie traue ihren Jungs diesmal den Aufstieg zu.

Doch bis es so weit ist, müssen noch viele Trommeln mit Wäsche gefüllt werden und Trikots im Wind wehen. Gabi Ofori ist zuversichtlich, dass sie dies schaffen wird. „Eher gehen die Waschmaschinen kaputt, als dass ich hier aufhöre.“ Und wenn später mal jemand sagen würde: „Das hat mir gefallen beim VfB“, dann wäre sie froh, weil sie ihren kleinen Teil dazu beigetragen habe.

von Bodo Ganswindt


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