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Fußball

"Lilien" betont locker und selbstbewusst nach Berlin

Von Nervenflattern keine Spur. Obwohl der Aufsteiger aus Darmstadt nur noch zwei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt liegt, gibt man sich vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC gelassen - und greift in der Vorbereitung zu unkonventionellen Mitteln.
Darmstadts Trainer Dirk Schuster.

Darmstadts Trainer Dirk Schuster.

© Marius Becker/Archiv

Darmstadt. Zwei Spieltage vor Schluss will Trainer Dirk Schuster vom abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten SV Darmstadt 98 nichts von Rechenspielchen wissen. "Wir können und dürfen uns auf keinen Anderen verlassen. Wir müssen nur auf uns selbst schauen", sagte er am Donnerstag mit Blick auf das Auswärtsspiel bei Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Derzeit steht sein Team auf Rang 14, allerdings mit nur zwei Punkten Vorsprung auf Platz 17, der den direkten Abstieg bedeuten würde.

"Ich denke, wir können mit gesundem Selbstbewusstsein nach Berlin fahren", sagte Schuster und verwies darauf, dass sein Team in dieser Saison schon andere Mannschaften aus den oberen Gefilden der Tabelle in Schwierigkeiten gebracht habe. Man wolle an die erste Halbzeit aus dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt anknüpfen und die Fehler aus der zweiten Hälfte abstellen, als man die Partie nach Führung noch mit 1:2 aus der Hand gab.

Vorwürfe an Sandro Wagner, der beim Stand von 1:0 mit einem verschossenen Elfmeter die mögliche Vorentscheidung verpasst hatte, ließ Schuster nicht aufkommen. "Wir haben ja gesehen, dass der FC Bayern und Atletico Madrid da auch nicht weiter sind als wir", sagte er in Anspielung auf die beiden vergebenen Strafstöße im Champions-League-Halbfinale am Dienstag.

Keine nennenswerte Unruhe sieht der Coach durch Wechselspekulationen um mehrere Stammspieler. "Das gehört zum Geschäft. Ich denke nur, dass der Zeitpunkt ungünstig ist für solche Themen", sagte er. Konkrete Anfragen gibt es laut Schuster aber nicht. "Und wir stellen derzeit auch andere Aufgaben in den Vordergrund", fügte er an.

Um den Kopf freizubekommen und zu etwas Lockerheit zurückzufinden, ging Schuster diese Woche mit seiner Mannschaft Bowling spielen. "Bowling war eine Abwechslung, damit haben wir schon in der 2. und 3. Liga Reize gesetzt", sagte der Trainer.

Gleichwohl stellte Schuster klar: "Wir haben die Mannschaft natürlich nicht auf der Bowling-Bahn für Berlin vorbereitet, sondern auf dem Platz." Damit konterte er den scheidenden Vorstandschef von Abstiegskonkurrent Eintracht Frankfurt, Heribert Bruchhagen, der beim Sender Sky Sport News erklärt hatte, wer glaube, eine Mannschaft auf der Bowling-Bahn formen zu können, der liege falsch.

Fehlen werden in Berlin laut Schuster Verteidiger Slobodan Rajkovic (Oberschenkelverletzung) und Jan Rosenthal (Achillessehnen-Operation). Der Verein rechnt damit, dass rund 5000 Fans nach Berlin reisen werden, um das Team zu unterstützen.

dpa


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