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Sport-Welt Ein Glücksfall taucht auf
Sport Sport-Welt Ein Glücksfall taucht auf
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11:26 25.09.2014
Von Norbert Fettback
„Ein kompletter Spieler“: Mit Predrag Jokic will Waspo 98 drei Titel holen. Foto: Kleinschmidt Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover/Herceg Novi

Mit ihm kann eigentlich nichts schiefgehen. Heute startet Waspo 98 in Montenegro in die Champions League, und Predrag Jokic kennt sich bestens aus. Auch in dem Ort, in dem die hannoverschen Wasserballer ihr Turnier haben: in Herceg Novi. Dort nahm die Karriere von Jokic 2000 ihren Anfang. Und nicht nur das: In der Stadt an der Adria war der 1,90 Meter große Profi später einige Male mit anderen Mannschaften zu Gast. Mit Erfolg. „Wir sind immer weitergekommen“, sagt Jokic.

Das hat auch sein neues Team vor. Und die Aufgabe scheint lösbar. Erst recht mit Jokic, dem neuen Star, den Trainer Karsten Seehafer mit den Worten beschreibt: „Er ist ein kompletter Spieler.“ Und ein Glücksfall für den Klub aus Linden, der den Montenegriner im Juli verpflichtet hat. Das sei der spektakulärste Transfer der vergangenen zehn Jahre im deutschen Wasserball, urteilten Experten.

Jokic selbst macht keine große Welle davon. Er wirkt eher bescheiden, trotz seiner Meriten und der rund 300 Länderspiele. 2004 hat er mit der jugoslawischen Auswahl olympisches Silber geholt, 2005 half er dabei, dass die Mannschaft aus Serbien und Montenegro Weltmeister wurde, für die Farben Montenegros legte er bei der WM 2013 (Silber) sowie der Europameisterschaft 2008 (Gold) und 2012 (Silber) Ehre ein. Nun also Hannover. „Ich möchte Teil von etwas Neuem werden“, sagt Jokic. Worte, die man bei Waspo 98, dem ambitionierten Klub, der sich immer ein wenig verkannt fühlt, gerne hört. Deutschland habe noch gefehlt in seiner Profikarriere mit Stationen bei Klubs in Italien, Montenegro, Serbien und Ungarn, meint der 31-Jährige.

Zuletzt trug er für ein Jahr die Badekappe von Debreceni VSE, im wasserballverrückten Ungarn eine große Nummer. Im Laufe der Zeit habe sich der Klub aber nicht mehr an die Zusagen gehalten, berichtet Jokic. Andreas Schlotterbeck, ein deutscher Nationalspieler, der inzwischen ebenfalls für Waspo 98 spielt, bekam das mit - und die Lindener griffen den Tipp des Berliners dankbar auf. „Bei uns kann er sich auf das verlassen, was wir vereinbart haben“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Seidensticker.

Was im Klartext bedeutet: Jokic kann weiterhin von seinem Sport leben - auch wenn er nach seinen ersten Eindrücken sagt: „Wasserball in Ungarn ist viel professioneller als in Deutschland und nicht so eine Sportart, die nur am Rand wahrgenommen wird.“ Da würde es nicht passieren, dass sich die ranghöchste Mannschaft der Stadt beim Training das Becken mit Nachwuchsspielern teilen muss.

So gesehen ist Jokic auch als sportlicher Entwicklungshelfer willkommen. Einer, an dem sich andere orientieren können und der inspiriert. Seehafer bezeichnet ihn als „Profi durch und durch. Er ist beim Training immer einer der Ersten und meist schon fünf Minuten früher da.“ Obwohl eigentlich Verteidiger sei Jokic universell einsetzbar. Es ist nicht allein die Leistung, die den Ex-Weltmeister für Waspo 98 so wertvoll macht. „Er macht vieles vor, was gerade die Jüngeren bei uns noch lernen müssen“, sagt Seidensticker. „Er spielt mit Auge und mit Gesten“, meint Seehafer. „Da muss man sich im Wasser nicht sprachlich verständigen.“

Klar ist auch, was Jokic mit seinem neuen Verein vorhat, wenn nicht gerade Spiele in der Champions League anstehen. „Alle drei Titel“, sagt er, „erst den Supercup, dann die Meisterschaft und den Pokal.“ Das ist eine Kampfansage an die Konkurrenz aus Spandau und Duisburg, die sich auf was gefasst machen muss. Waspo 98 mit Jokic: Da könnte endlich was in Bewegung geraten.

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