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Sport-Welt Serena Williams gewinnt ihren vierten Wimbledon-Titel
Sport Sport-Welt Serena Williams gewinnt ihren vierten Wimbledon-Titel
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19:53 03.07.2010
Wieder nicht zu schlagen: Serena Williams gewinnt ihren vierten Wimbledon-Titel. Quelle: dpa

Serena Williams hat ihre Übermacht bestätigt und ihren Titel in Wimbledon verteidigt. Während Philipp Petzschner als zweiter deutscher Tennisprofi nach Michael Stich 1992 im Doppel triumphierte, ließ die hochfavorisierte Amerikanerin am Samstag im sonnigen London von Beginn an nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen, dass sie die Venus-Rosewater-Dish zum vierten Mal in den Händen halten würde. Sie besiegte Wera Swonarewa mit 6:3, 6:2 in 67 Minuten und blieb dabei auch im siebten Match ohne Satzverlust. Es war das schnellste Wimbledon-Finale seit Steffi Grafs Sieg 1992 über Monica Seles in 58 Minuten. Die Russin musste anerkennen, dass sie der Wucht und Spielstärke ihrer 28 Jahre alten Kontrahentin nicht gewachsen war: „Serena hat mir nicht erlaubt, mein Bestes zu zeigen.“

Philipp Petzschner und sein österreichischer Partner Jürgen Melzer wälzten sich auf dem Rasen und feierten gleich im ersten Jahr ihrer gemeinsamen Doppel-Karriere den größten Erfolg. Im ersten Grand-Slam- Finale besiegten sie die an Nummer 16 gesetzte schwedisch-rumänische Kombination Robert Lindstedt/Horia Tecau in 1:57 Stunden mit 6:1, 7:5, 7:5. Letzter deutscher Doppelsieger war Stich, der an der Seite von John McEnroe vor 18 Jahren gegen die Amerikaner Jim Grabb/Richey Reneberg mit 19:17 im fünften Satz gewann.

Die Alpen-Connection harmonierte blendend und düpierte die höher eingeschätzten Doppel-Spezialisten Lindstedt/Tecau. Was allein nicht geklappt hatte, machten Petzschner/Melzer im Duett wett. Der Bayreuther war im Einzel in Runde drei an Rafael Nadal, French-Open- Halbfinalist Melzer im Achtelfinale an Roger Federer gescheitert. Für den ebenso unerwarteten wie verdienten Titel bekamen beide Spieler ein Preisgeld von je 145 400 Euro, das sich mit dem Lohn im Einzel für Petzschner auf rund 183 400 Euro summierte. So viel Geld hat der 26-Jährige noch nie von einem Tennisturnier mitgebracht.

„Die 13 ist meine Glückszahl“, sagte Serena Williams, die für ihren 13. Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere 1,218 Millionen Euro einstrich. Damit zog sie an Billie Jean King vorbei, die auf der Tribüne applaudierte, als Serana flachste: „Hey Billie, ich hab Dich!“ Für die drei Jahre jüngere Swonarewa blieb zumindest der Trost, mit 609 000 Euro das höchste Preisgeld ihrer Karriere gewonnen zu haben und am Montag wieder unter die besten zehn Spielerinnen der Tennis-Welt zurückkehren zu können.

Das Geschehen auf dem in zwei heißen Turnierwochen braun gewordenen Heiligen Rasen ist schnell erzählt. Herausforderin Swonarewa mühte sich nach Kräften, aber die wuchtige Williams wehrte alle Angriffe souverän ab. Fast fehlerlos servierte sie und schraubte ihre Asse-Rekordbilanz auf unglaubliche 89. Ein Zweifel am vierten Wimbledon-Triumph nach 2002, 2003 und 2009, mit dem sie Billie Jean King einholte und hinter Martina Navratilova (9), Steffi Graf (7) und ihrer Schwester Venus (5) auf Platz vier stürmte, kam nie auf.

Nach den Favoritenstürzen, angefangen bei ihrer Schwester Venus, mit der sie sich seit 2000 neun der elf Titel geteilt hat, über die belgischen Rückkehrerinnen Kim Clijsters und Justine Henin bis zur einzigen russischen Championesse Maria Scharapowa, ist Serena Williams die einzige Konstante geblieben. So wie bei den Herren Rafael Nadal, der an diesem Sonntag gegen den Tschechen Tomas Berdych seinen zweiten Titel in Wimbledon nach 2008 holen will.

Berdych, der wie Swonarewa sein erstes Grand-Slam-Finale erreicht hat, will nach dem Weltranglisten-Zweiten Roger Federer und dem Dritten Novak Djokovic nun auch den Branchenprimus schlagen und als erster Tscheche seit Jan Kodes 1973 triumphieren. Zuzutrauen ist es dem 24-Jährigen, der im Achtelfinale allerdings nur mit Mühe das Aus gegen den Deggendorfer Daniel Brands verhindert hat. Für Nadal spricht die Erfahrung von sieben Major-Titeln.

dpa

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