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Sport-Welt Schwimmer von W 98 Hannover wollen zur WM
Sport Sport-Welt Schwimmer von W 98 Hannover wollen zur WM
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20:26 05.02.2015
Von Carsten Schmidt
Markus Gierke ist das derzeitige Aushängeschild bei W 98 Hannover: Der 23-Jährige nahm im Dezember erstmals an einer internationalen Meisterschaft teil. Foto: Petrow Quelle: Florian Petrow
Hannover

Übergangszeit? Was nach einem gewissen Ausschnaufen klingt, hat im Schwimmen eine gegenteilige Bedeutung. Es ist die Zeit des Kachelzählens im Wasser, der intensiven Vorbereitung auf die Saisonhöhepunkte.

Ein Trio von W 98 Hannover hat den ersten wichtigen Termin in zwei Monaten - vom 9. bis 12. April finden in Berlin die deutschen Langbahnmeisterschaften statt. Dort geht es um die Startplätze für die Weltmeisterschaft, die im russischen Kasan (24. Juli bis 9. August) stattfindet - und in der engeren Wahl sind Markus Gierke auf den Schmetterlingsdistanzen, Ruben Reck im Brust- und Lagenschwimmen sowie Patricia-Lucia Wartenberg. Die 18-Jährige besitzt ihre WM-Chance allerdings eher nicht im Becken, sondern vielmehr im Freiwasser. Dort hatte sie im Vorjahr den deutschen Meistertitel auf der Fünf-Kilometer-Distanz gewonnen. Gierke und Reck hatten im November vier Medaillen von den Kurzbahnmeisterschaften mitgebracht, Gierke unterbot über 200 Meter Schmetterling sogar die WM-Norm und belegte bei den Titelkämpfen Rang 14.

„Es geht langsam bergauf“

Michael Hamann, Schwimmwart von W 98, freut sich, dass der Verein wieder auf die Erfolgswelle zurückgefunden hat. „Es geht langsam bergauf“, sagt er bescheiden. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Hamann hat dabei nicht nur das Erwachsenentrio im Blick. „Im Jahrgang 2003 der Mädchen haben wir richtig gute Talente.“ Das zeigt das Ergebnis der deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften, bei denen die W 98-Jugendlichen mehr als eine Minute Vorsprung auf den Zweitplazierten hatten.

Hamann weiß um die Auf- und Abschwünge beim hannoverschen Club, auch wenn er die ganz große Zeit zu Beginn des Jahrtausends aus der Ferne miterlebt hat. Bis 2008 brachten Lars Conrad, Stephan Kunzelmann, Jens Schreiber, Kamil Kasprowicz und Thomas Rupprath Titel und Medaillen zuhauf von nationalen und internationalen Wettkämpfen nach Hannover. Nach den Spielen in Peking folgte jedoch der Abschwung. Conrad und Co. ließen ihre Karriere ausklingen, die Talente waren nicht in der Lage, in die großen Fußstapfen zu treten. „Es läuft nun einmal zyklisch im Sport“, sagt Hamann.

Die Zeit des Abschwungs war allerdings auch eng verknüpft mit Turbulenzen am Stützpunkt Hannover. Frank Lamodke, der bis 2009 als Landestrainer verdienstvolle Arbeit geleistet hatte, zog es nach Saarbrücken. In der Nachfolge gab es keine Kontinuität. Und die folgenden häufigen Wechsel beim Trainerpersonal wirkten sich auch auf die Leistungen der Schwimmer am hannoverschen Stützpunkt und damit auch auf W 98 aus.

Hannover wird wieder attraktiver

Hamann freut deshalb die Aufwertung Hannovers zum Stützpunkt des Deutschen Schwimm-Verbandes, das sei auch eine Anerkennung für die jetzigen Coaches Emil Gulijev und Carsten Gooßes. Die Landeshauptstadt gewinne nun als Trainings- und auch Wettkampfort wieder an Attraktivität. Bestes Beispiel ist Reck, der 18-Jährige ist aus Braunschweig nach Hannover gewechselt.

Hamann verweist aber auch auf das Angebot bei W 98. „Wir haben 40 Trainer und gut 400 Schwimmer im Verein, die leistungsorientiert Sport treiben“, sagt der 32-Jährige. Und der Schwimmwart achtet auch darauf, dass jeder am Beckenrand die W 98-Schwimmer erkennt. „Ich lege viel Wert auf ein geschlossenes Auftreten, das schon bei den Trainingsanzügen und Badekappen sichtbar wird“, sagt er. Dafür trage der Verein alle Wettkampfkosten für die Sportler - Fahrten, Unterkunft, Verpflegung - und unterstütze auch die Leistungsträger bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass die Erfolgswelle nicht abebbt.

Eine lange Tradition im Becken

Hannoversche Spitzenschwimmer: Bereits vor mehr als 100 Jahren gab es Olympiaschwimmer aus Hannover. Die damals 15-jährige Grete Rosenberg und die 24-jährige Hermine Stindt (beide Hannover 92) brachten von den Spielen 1912 in Stockholm die Silbermedaille in der 4x100-Meter-Freistilstaffel mit. Nach beiden Sportlerinnen sind heute Wege im Sportpark benannt. Die Wasserfreunde Hannover stellten 1934 mit Wolfgang Leisewitz einen Meister über 200 Meter Freistil. Dann folgten in den siebziger Jahren die Brüder Lampe aus Hannover als herausragende Wassersportler, beide starteten allerdings für die SSF Bonn.

Freistilspezialist Werner sorgte mit Silber und Bronze sowie seiner Glatze für Aufsehen bei den Olympischen Spielen 1972, Hans wurde 1970 Europameister über 100 Meter Schmetterling. Zu internationalen Meriten gelangte auch Werners Sohn Oliver (SV Arpke) als Europameister mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel 1995. Christiane Pielke von der SGS Hannover trat 1984 in die Fußstapfen der Pionierinnen Rosenberg und Stindt als Olympiadritte mit der deutschen 4x100-Meter-Freistilstaffel.

Zehn Jahre später gewann der Seelzer Chris-Carol Bremer WM-Bronze über 200 Meter Schmetterling. Ein kurzes Gastspiel in Hannover gab Sylvia Gerasch, die 1993 zwei nationale Titel als Mitglied der SGS holte. Sie war für die DDR 1986 Weltmeisterin geworden. Zuletzt brachte Lars Conrad (W 98) eine olympische Medaille nach Hannover – Silber über 4x100 Meter Lagen bei den Spielen 2004 in Athen.

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