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Sport-Welt Radprofis freuen sich auf Paris–Roubaix
Sport Sport-Welt Radprofis freuen sich auf Paris–Roubaix
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16:34 07.04.2017
„Meine Passion für Paris–Roubaix ist so groß, dass ich alle Qualen auf mich nehme“: Deutschlands Klassiker-Spezialist John Degenkolb auf dem Kopfsteinpflaster bei Paris–Roubaix. Quelle: dpa
Paris

Die Hölle des Nordens. Staub, Stürze, Schmerzen – auf hartem Kopfsteinpflaster. Kein anderes Eintagesrennen verlangt den Radsportlern so viel ab wie die Königin der Frühjahrsklassiker Paris–Roubaix. Der ehemalige deutsche Radprofi Jens Voigt bezeichnete das Rennen einmal als „Gladiatoren-Wettstreit“. Der Niederländer Theo de Rooij fand 1985 noch deutlichere Worte. „Dieses Rennen ist ein Witz. Du schuftest wie ein Tier. Du hast nicht mal Zeit zu pinkeln, sondern machst dir in die Hose. Du rutschst durch den Schlamm. Es ist ein Haufen Scheiße.“ Angetreten ist er immer wieder. Aus einem Grund: „Das ist das schönste Rennen der Welt!“

Der deutsche Radprofi John Degenkolb unterschreibt das. „Meine Passion für Paris–Roubaix ist so groß, dass ich alle Qualen auf mich nehme.“ Wie vor zwei Jahren. Ihm gelang es, die Grenzen seiner Leidensfähigkeit hinauszuschieben. Und er gewann den Pflasterstein, die Trophäe für den Sieger. 55 der 257 Kilometer gehen auch am Sonntag (11 Uhr, Eurosport) über die „Pavés“ Nordfrankreichs, die mit den ultraleichten Rennmaschinen ohne Stoßdämpfer eigentlich kaum zu befahren sind. Doch die Hoffnungen auf einen erneuten Triumph sind groß und wären ein neuerlicher Beweis für den Aufschwung im deutschen Radsport.

Der deutsche Sieganwärter

Degenkolb, Degenkolb – und noch mal Degenkolb. „Ich rechne mir gute Chancen aus. Die Leistungsdaten sind fast identisch zu denen vor zwei Jahren“, sagte er „Sport Bild“. Endlich. Denn nach einem Horrorunfall im Januar 2016, als er beim Training von einem Auto angefahren wurde und fast seinen Zeigefinger verlor, ist er in dieser Saison noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Bei Mailand–San Remo und Gent–Wevelgem konnte er sich nicht ganz vorne einreihen. Bei der Flandern-Rundfahrt vergangene Woche wurde er immerhin Siebter. Ein gutes Omen? Die gleiche Platzierung erreichte er 2015 – und gewann die Woche drauf im Velodrome von Roubaix.

Der Superstar

Kein anderer Name fällt im Radsport seit einigen Jahren so häufig wie der vom Weltmeister der vergangenen beiden Jahre: Peter Sagan – und der fährt neuerdings für das deutsche Team Bora-hansgrohe. Ein Wechsel mit Knalleffekt. Seinetwegen ist Deutschland wieder so richtig auf der Landkarte des Radsports vertreten.

Der Superstar hat seinen Preis. Mehr als 4 Millionen Euro pro Jahr soll der Slowene bis 2020 verdienen. Er steht für Spaß und Unterhaltung, bringt alles mit, um den Radsport populärer zu machen. Doch bisher läuft seine Saison noch nicht wie gewünscht. Erst am vergangenen Wochenende stürzte er bei der Flandern-Rundfahrt als Topfavorit. Sonntag greift er erneut an. Sein ganz großes Ziel bleibt aber das Grüne Trikot für den besten Punktefahrer bei der Tour de France, das er schon fünfmal gewonnen hat.

Das deutsche Team

„Für uns alle ist das der erste Schritt in eine neue Dimension“, sagte Bora-hansgrohe-Teammanager Ralph Denk nach dem Wechsel von Sagan. Das Team hat aber mehr zu bieten. Die deutsche Tour-de-France-Hoffnung Emanuel Buchmann fährt genauso für Denks Mannschaft wie der Pole Rafal Majka, der bei der Frankreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal nach 2014 die Bergwertung gewann. Die Ziele des Teams: Sieg bei einem der Frühjahrsklassiker, Top-fünf-Platzierung in der Gesamtwertung bei einer der großen Rundfahrten, Gewinn des Punktetrikots bei der Tour de France und ein Platz unter den besten sechs Teams im World-Team-Ranking. „Mit dem Kader, der uns nun zu Verfügung steht, können wir selbstbewusst in die Saison gehen“, sagt Sportdirektor Enrico Poitschke.

Die Saisonhöhepunkte

Die Frühjahrssaison neigt sich dem Ende entgegen. Nach Paris–Roubaix stehen mit dem Amstel Gold Race, dem Flèche Wallone und Lüttich–Bastogne–Lüttich drei prestigeträchtige Rennen an, bevor die Rundfahrten-Saison eingeläutet wird. Den Anfang macht der Giro d’Italia im Mai. Saisonhöhepunkt ist die Tour de France vom 1. bis 23. Juli (Start in Düsseldorf). Schon am 1. Mai haben die deutschen Fans beim Rennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn–Frankfurt“ die Chance, Degenkolb und Co. live zu sehen. Die Cyclassics Hamburg am 20. August gehören ebenso zur UCI-World-Tour.

Von Stefan Döring

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