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Sport-Welt „Futsal“ erobert Hannovers Sporthallen
Sport Sport-Welt „Futsal“ erobert Hannovers Sporthallen
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00:17 25.02.2015
Von Christian Purbs
Techniker sind im Vorteil: Beim Futsal geht es nicht weniger rasant als bei anderen Hallenturnieren zu – die Resonanz ist bei Spielern und Trainern positiv. Quelle: Florian Petrow
Springe

„Das war doch nie im Leben ein Siebenmeter!“ Der Mann springt von seinem Platz in der Springer Sporthalle auf, doch ehe er die Schiedsrichter beschimpfen kann, erklären ihm andere Zuschauer, dass die Entscheidung völlig korrekt ist. Denn es gibt keinen Siebenmeter, sondern einen Freistoß aus zehn Metern ohne Mauer. Dieser wird nach dem fünften Mannschaftsfoul für jedes weitere Foul verhängt. So ist das beim Futsal.

Im Gegensatz zu manchem Zuschauer haben sich die Junioren-Fußballer, die an den vergangenen Wochenenden ihre Endrunden ausspielten, längst an die neuen Regeln beim Hallenkick gewöhnt. „Die Vier-Sekunden-Regel war die größte Umstellung. Aber auch das haben die Jungs schnell draufgehabt“, sagt Jörg Kamm, Trainer der C-Junioren des MTV Ilten. Für das Kreisligateam sei die Futsal-Premiere auf Kreisebene zwar „absolutes Neuland“ gewesen, er ist jedoch genau wie seine Spieler und viele andere Trainer von der neuen Hallenfußball-Variante begeistert.

„Das Schöne ist, dass Futsal die Technik und das schnelle Spiel fördert. Da wird der Ball nicht einfach nach vorne oder aufs Tor gedroschen. Wer Erfolg haben will, muss gut kombinieren und technisch starke Spieler haben“, sagt Kamm. Auch bei Jörg Jacob, Trainer der C-Junioren des SV Ramlingen/Ehlershausen, kommt Futsal gut an. „Man sieht genau, welche Spieler technisch gut ausgebildet sind. Das ist eine prima Sache“, sagt Jacob, der allerdings einen Verbesserungsvorschlag hat. „Den Abwurf vom Torwart über die Mittellinie würde ich abstellen. Darunter leidet der Spielaufbau, das ist nicht gut.“

Genau wie Iltens Trainer Kamm ist auch Jacob davon überzeugt, dass sich diese Art des Hallenfußballs durchsetzen wird. „Da bin ich mir absolut sicher, dafür gibt es viele Gründe. Das Spiel ohne Bande fordert die Technik der Spieler und senkt das Verletzungsrisiko deutlich“, sagt der RSE-Coach.

Ein normaler Ball, fünf mal zwei Meter große Tore und an beiden Seiten Banden – es sieht so aus, als ob die bisherigen Zutaten des Hallenfußballs, seit Jahrzehnten unverändert, bald der Vergangenheit angehören. Auch aufgrund der positiven Resonanz will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die neuen Futsalregeln 2016 verpflichtend für alle offiziellen Hallenturniere in Deutschland einführen. In Südamerika sowie in Süd- und Osteuropa ist die Hallenfußball-Variante längst etabliert – und etliche brasilianische und spanische Top-Fußballer haben früher Futsal gespielt.

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