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Sport-Welt Mohr und Demut raus: Deutsches Team weiter schwach
Sport Sport-Welt Mohr und Demut raus: Deutsches Team weiter schwach
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18:02 29.07.2010
Der Deutsche Malte Mohr kniet nach einem mißlungenen Sprung auf der Matte. Quelle: dpa

Aus für Malte Mohr, Pleite für Katja Demut: Die Serie der deutschen Enttäuschungen bei der Leichtathletik-EM in Barcelona setzt sich fort. Am Donnerstag schied mit Stabhochspringer Mohr (München) die nächste Medaillenhoffnung überraschend im Vorkampf aus. Während seine Teamkollegen Fabian Schulze (München) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) die Qualifikation überstanden, scheiterte der deutsche Meister dreimal an der geforderten Höhe von 5,65 Metern. Dreispringerin Demut (Jena) leistete sich in der Ausscheidung drei Fehlversuche und musste ihren Finaltraum ebenfalls beenden.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will trotz der Rückschläge nicht in Panik verfallen. „Wir sehen keinen Grund, vom Kurs abzuweichen“, erklärte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen auf einer Pressekonferenz. „Die Analyse der Trainer zeigt keine Unsicherheiten, die Stimmung in der Mannschaft ist gut.“ Als wirklich große Enttäuschung bezeichnete er nur das Abschneiden von Diskuswerferin Nadine Müller (8. Platz), die als Führende der europäischen Bestenliste zur EM gekommen war. „Da haben wir mit einer Medaille fest gerechnet“, so Kurschilgen.

Am dritten EM-Tag sorgte Mitfavorit Mohr für eine Enttäuschung. „Was soll ich machen? Trübsal blasen bringt jetzt auch nichts. Es ist gelaufen“, sagte Mohr. Der 24-Jährige hatte vor der EM offensiv von einer Medaille gesprochen und von Gold geträumt. Der Zweite der Hallen-WM galt als einer der aussichtsreichsten Herausforderer des großen Favoriten Renaud Lavillenie aus Frankreich.
Am Donnerstag übersprang er aber lediglich 5,50 Meter. 15 Zentimeter höher ging es nach erheblichen Startschwierigkeiten nur für Schulze und Holzdeppe hinaus. „Malte ist jetzt raus. Deshalb muss ich jetzt in die Bresche springen und seinen Medaillentraum wahr machen“, meinte Mohrs Clubkollege Schulze.

Demut passierte ein ähnliches Missgeschick wie vor einem Jahr bei der WM in Berlin: Da hatte sie die Qualifikation mit zwei ungültigen Versuchen und einem Sprung über schwache 11,38 Meter verpatzt. Diesmal trat die 26-Jährige zweimal über und brach den dritten Versuch ab. In ihrem Kopf herrschte danach „Chaos“. „Ich fühle mich beschissen“, sagte Demut. „Ich war gut drauf und bin jetzt einfach nur tief enttäuscht. Woran es lag, weiß ich auch nicht.“

In den vergangenen Tagen waren mit den Hammerwerfern Markus Esser (Leverkusen) und Kathrin Klaas (Frankfurt) zwei weitere ambitionierte Athleten bereits im Vorkampf ausgeschieden. Neben Müller enttäuschte auch Nadine Kleinert (Magdeburg) als Siebte im Kugelstoßen.

100-Meter-Europameister Christophe Lemaitre hat dagegen auch über 200 Meter das Halbfinale erreicht. 14 Stunden nach seinem ersten Titelgewinn dominierte der Franzose seinen Vorlauf in 20,64 Sekunden. Auch Sebastian Ernst (Wattenscheid) zog als Dritter seines Rennens (20,72) in die nächste Runde ein. „Mein Ziel ist weiter das Finale. Das wird zwar sehr, sehr schwer, aber mit etwas Rückenwind und Glück in der Auslosung kann das klappen“, sagte der 25-Jährige. Der deutsche Meister Daniel Schnelting verpasste dagegen schon das Semifinale am Donnerstagabend. Als Vorlauf-Viertem (20,98) fehlten ihm 3/100 Sekunden, um über die Zeitwertung weiterzukommen.

Die Hürdensprinter Alexander John und Matthias Bühler hatten in dieser Beziehung mehr Glück. Beide belegten über 110 Meter Hürden jeweils den vierten Platz und erreichten trotzdem das Halbfinale. John (Leipzig) lief in 13,61 Sekunden die achtschnellste Vorlaufzeit, der deutsche Meister Bühler (Offenburg/13,62) die neuntschnellste.

dpa

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